: Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk
: Jung bleiben ist Kopfsache Erstaunliche Fakten aus der Altersforschung
: Gräfe und Unzer Autorenverlag, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
: 9783833884306
: Lebenshilfe Inspiration
: 1
: CHF 15.30
:
: Medizin
: German
: 240
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Altern besser verstehen und entscheidend verlangsamen - vom Bestsellerautor und Altersmediziner Altersforschung ist ein Bereich, in dem sich die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse seit Jahren schier überschlagen, weshalb auch die Big Player aus dem Silicon Valley hier massiv investieren. In diesem Buch nimmt uns Professor Dr. Kleine-Gunk, einer der weltweit führenden Anti-Aging-Mediziner, mit auf die Entdeckungsreise zu den zahllosen Alterungsprozessen, die von unserem Gehirn direkt beeinflusst und gesteuert werden. Er erklärt und gewichtet die neuesten, bahnbrechenden Forschungsergebnissen aus der Wissenschaft ebenso spannend wie unterhaltsam. So erfahren wir etwa, wie unser Denken unseren Hormonhaushalt, aber auch unser Mikrobiom im Darm beeinflusst, warum auch Seele ein Immunsystem besitzt und wie wir dieses stärken. Aber auch, was wir von Superalten lernen können - und, warum auch Glück im Alter vor allem Kopfsache ist - und wie wir es finden. Ein Buch für alle, die die natürlichen Alterungsprozesse besser verstehen und deutlich verlangsamen wollen.

Prof. Dr. med. Bernd Kleine-Gunk zählt zu den weltweit führenden Anti-Aging-Medizinern. Er ist Präsident der German Society of Anti-Aging Medicine (GSAAM), mit 1200 Ärzten die größte Anti-Aging-Gesellschaft Europas sowie Herausgeber des ersten deutschen Fachbuches und Autor mehrere erfolgreicher Bücher zum Thema. Weiter veranstaltet er im In- und Ausland regelmäßig Kongresse, Seminare und Fortbildungsveranstaltungen. www.kleine-gunk.de

STRESS LASS NACH!


WIE STRESS UNS KRANK MACHT UND WARUM WIR TROTZDEM NICHT AUF IHN VERZICHTEN SOLLTEN


Wir leben in paradoxen Zeiten. Objektiv gesehen haben sich die Lebensumstände in den allermeisten Regionen der Welt während des letzten halben Jahrhunderts deutlich gebessert. Die Lebenserwartung ist gestiegen, die Gesundheitssysteme sind leistungsfähiger. Kaum jemand muss noch Hunger leiden oder stürzt bei Erwerbsunfähigkeit in absolutes Elend. Die schwere körperliche Arbeit wurde uns von den Maschinen abgenommen – sowohl in der Erwerbs- als auch in der Hausarbeit. Wo im 19. Jahrhundert Arbeiter noch zwölf Stunden am Tag in der Fabrik, auf dem Feld oder im Bergbau schufteten, ist der Acht-Stunden-Tag mit vorwiegend sitzender Tätigkeit heute die Regel. Wo im Haushalt vor 100 Jahren noch ein ganzer Wochentag als Waschtag eingeplant war, erledigen diese Arbeit heute Waschmaschine und Trockner fast schon nebenbei. Trotzdem erleben viele Menschen ihr Dasein offensichtlich als immer stressiger. Das zumindest belegen repräsentative Umfragen. Laut einer von der Techniker Krankenkasse beauftragten Studie empfinden sich acht von zehn Deutsche als stressbelastet. Jeder dritte leidet gar an Dauerstress. Da diese Umfragen regelmäßig wiederholt werden, lässt sich auch ein Verlauf ermitteln. Verglichen mit 2013 war bereits 2016 die subjektive Stressbelastung um vier Prozent angestiegen – und da gab es Corona noch gar nicht.1

Stress ist vor allem auch deshalb ein Problem, weil er zu Folgeerkrankungen führt. Das sind zum einen körperliche Beschwerden wie chronische Rückenschmerzen, Arteriosklerose, Atemwegserkrankungen oder das Reizdarmsyndrom. Dazu zählen aber auch psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burn-out. Letztere werden immer mehr zu einer weltweiten Epidemie. Allein in Deutschland führen sie zu zwölf Prozent aller Krankschreibungen. Aktuell leiden fünf bis sieben Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung an Depressionen. Das sind über vier Millionen Bundesbürger. Depressionen sind nicht nur mit großem individuellen Leid verbunden. Sie führen auch zu hohen sozioökonomischen Belastungen. Zählt man die Kosten für diagnostische Maßnahmen, Therapien einschließlich Psychotherapien, Arzneimittelverordnungen, krankheitsbedingten Arbeitsausfall und Frühberentungen zusammen, kommt man in Deutschland auf einen ökonomischen Gesamtverlust, der sich auf 79 Milliarden Euro pro Jahr beläuft.2 Damit sind die Kosten höher als für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes zusammen. Sicherlich können Depressionen ganz unterschiedliche Ursachen haben – zum Beispiel genetische. Die überragende Rolle, die eine chronische Stressbelastung dabei spielt, ist aber inzwischen unbestritten. Die Studienlage zeichnet da ein eindeutiges Bild: Je stärker die subjektive Stressbelastung, desto häufiger sind psychische Folgeschäden. Der Befund ist klar: Stress macht krank und Stress macht alt. Grund genug also, ihm in diesem Buch ein eigenes Kapitel zu widmen. Doch wenn wir von dem krankmachenden Stress reden, ist es wichtig, auf eines hinzuweisen: So dramatisch die oben genannten Zahlen auch sind, Stress ist nicht nur negativ. Hier bedarf es definitiv einer kleinen Imagekorrektur. In Maßen kann Stress sogar gesundheitsfördernd sein.

  • >> Eine der effektivsten lebensverlängernden Maßnahmen ist das Fasten in seinen unterschiedlichen Formen. Ob als intermittierendes Fasten (Intervallfasten), Heilfasten oder – der neueste Trend – Scheinfasten (eine fünftägige Fastenkur, bei der man aber spezielle Lebensmittel zu sich nehmen darf): Weniger essen heißt länger leben. Dabei ist Fasten für unseren Körper zunächst einmal ein Stressreiz, nämlich Hungerstress. Darauf findet unser Organismus allerdings eine gesunde Antwort. Er aktiviert Reparaturenzym