: Hans-Gerhard Ammon Graf von Wellmann
: Seine Erlaucht, Genosse Graf Ein Wanderer zwischen den Welten
: Frieling-Verlag Berlin
: 9783828036659
: 1
: CHF 15.00
:
: Biographien, Autobiographien
: German
: 496
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wie war das Leben eines Kundschafters der Hauptverwaltung Aufklärung der DDR? Und was für ein Gefühl muss es gewesen sein, zwischen zwei Welten herumreisen zu können? Wusste man dann noch, wohin man letztendlich gehörte? Schon mal von der Altmark und vom Städtchen Salzwedel gehört? Und vom Flüsschen Jeetze? Oder wussten Sie etwa, dass man nach dem Krieg aus den Zusatztanks deutscher Jagdflugzeuge kleine Boote für Kinder bauen konnte? Können Sie sich vorstellen, dass ein DEFA-Kinofilm einen jungen Mann dazu ermutigt, beim Geheimdienst der DDR ans Tor zu klopfen, weil er unbedingt Spion werden will? Dann können Sie sich bestimmt auch vorstellen, was er, wenn er die Frau seiner Träume gefunden hat, alles tut, um sie ein Leben lang an seiner Seite zu wissen! Wie wird man ein erfolgreicher Kaufmann, auch wenn der Weg dahin sehr lang und steinig ist? Und was tut man als traditionsbewusster Mensch, um einen Adelstitel zurückzubekommen? Hans-Gerhard Ammon Graf v. Wellmann beantwortet diese und viele andere Fragen in seiner Autobiographie. Es sind ausgewählte Stationen eines Lebens, das alles war und immer noch ist - nur eins eben nicht: gewöhnlich! Und vor allem war es niemals langweilig! Das Buch dokumentiert anhand vieler Beispiele, wie es in den beiden deutschen Staaten, vor, während und nach der sogenannten"Wendezeit&qu t; zuging.

I.


VOR MEINER ZEIT


Das Deutsche Reich im Spätsommer 1944. Der Krieg, von den Nazis in die Welt getragen, war ins Dritte Reich zurückgekehrt. Die Alliierten standen an den Außengrenzen des Reiches. An allen europäischen Fronten tobten erbitterte Schlachten, mit hohen Verlusten auf beiden Seiten. Anderthalb Jahre nach der fulminanten Rede des Propaganda-Ministers Joseph Goebbels im Berliner Sportpalast und seiner mit großer Theatralik vorgetragenen Rede «Wollt ihr den totalen Krieg … », war nichts mehr übriggeblieben von der in Szene gesetzten Begeisterung und Euphorie jener Tage.

Im Juni 1944 kam es mit der „Operation Overlord“ zur Landung der Westalliierten in der Normandie und somit zur Errichtung der zweiten Front gegen das Deutsche Reich. Durch die Siege an der Ostfront war der Druck der Roten Armee einfach zu groß geworden. Wollten die Vereinigten Staaten von Amerika aktiv an der Zerschlagung Hitlerdeutschlands teilnehmen, hatte man keine andere Wahl, als nunmehr selbst endlich militärisch in die Kämpfe einzugreifen. Besonders mit Sicht auf die zukünftige Klärung der Machtfrage in Europa, nach Beendigung des Krieges, gab es keine andere Möglic