Es war im Februar 1984, als mir durch einen unserer Gesellschafter ein Herr aus Kolumbien vorgestellt wurde, Eduardo Ortega da Silva, gebildet, angenehm, fließend, neben dem Spanischen, englisch und deutsch sprechend, mit sehr engen Verbindungen zum dortigen Handel und der Industrie und ebenso zu staatlichen Behörden. Ortega stammte aus einer angesehenen und anscheinend vermögenden kolumbianischen Familie, teils sogar mit politischen Ambitionen und war leitendes Mitglied in verschiedenen Ausschüssen und Kammern der Regierung, insbesondere auf den Gebieten von Wirtschaft und Finanzen. Er hatte in Europa studiert, war für einige Jahre kolumbianischer Konsul in Zürich in der Schweiz und Träger des deutschen Bundesverdienstkreuzes als Förderer der deutsch-kolumbianischen Wirtschaftsbeziehungen. Er hatte in Bogotá eine eigene Firma gegründet mit Vertretungen verschiedener europäischer Firmen, zum Beispiel Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH in Deutschland und Banken, unter anderem der deutschen Berliner und Frankfurter Bank (BHF). Darüber hinaus besaß Ortega Forstbetriebe und relativ große Waldbestände mit Edelhölzern. Unter Vermittlung der Zürcher Kantonalbank, eine unserer bevorzugten Banken, hatte sich die Verbindung zu unserem Unternehmen ergeben. Wir diskutierten bei diesem ersten Treffen generelle Fragen und Möglichkeiten für Geschäfte in Kolumbien, ein für uns ziemlich neuer Markt, und es gab anscheinend auch recht konkrete Ansätze zum Beispiel für den Import von Papier – in Kolumbien wurden damals Kataloge und Bücher für viele europäische Länder gedruckt und hergestellt – und insbesondere von Sicherheitspapieren für die kolumbianische Münzanstalt. Es folgten weitere Gespräche in den folgenden Tagen und, da eines unserer wichtigen Gebiete das Geschäft mit Papier war, einschließlich dem für Banknotenpapiere, wurde eine Kooperation vereinbart und gleichzeitig ein baldiger Besuch in Kolumbien vorgesehen, um den für uns bisher eher weniger bedeutenden Markt und entsprechende Kunden kennenzulernen. Diesen Besuch sollte ich durchführen, da ich die spanische Sprache beherrschte und Markt und Material in meinen Aufgabenbereich fielen.
Neben den Verhandlungen in unserem Büro g