: Lierre Keith, Ulrike Gonder
: Ethisch Essen mit Fleisch Eine Streitschrift über nachhaltige und ethische Ernährung mit Fleisch und die Missverständnisse und Risiken einer streng vegetarischen und veganen Lebensweise
: riva Verlag
: 9783958143371
: 1
: CHF 10.80
:
: Ernährung
: German
: 256
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ethisch essen mit Fleisch Der Mythos Vegetarismus kritisch beleuchtet. Mit verantwortungsbewussten Tipps für ein nachhaltiges Leben - mit Fleischgenuss Das sorgt für Zündstoff: Eine ehemalige Veganerin plädiert für Gerechtigkeit, Mitgefühl, Weltverbesserung - und tierische Lebensmittel! Lierre Keith weiß, wovon sie spricht: Sie war selbst 20 Jahre Veganerin, erkrankte ernährungsbedingt und isst heute wieder Fleisch, Milch und Eier. Dennoch bekennt sie sich zu einer gerechten Verteilung der Ressourcen, wendet sich gegen Agrarfabriken und tierquälerische Haltungsformen. Allerdings räumt sie zugleich schonungslos mit den Mythen des Vegetarismus auf. Nicht zerstörerisch, doch kämpferisch und mit dem Ziel, einen nachhaltigen Vorwärtskurs aufzuzeigen. Hierbei setzt sie sich mit den Irrtümern, Missverständnissen und Risiken der vegetarischen Ernährung auseinander. Alles fundiert und ausführlich mit vielen medizinischen, politischen und ökologischen Fakten untermauert. Lierre Keith plädiert für eine verantwortungsbewusste, nachhaltige und dabei ethisch korrekte Ernährung und spricht sich genau aus diesen Gründen gegen den (strengen) Vegetarismus aus. Ein engagiertes Buch, das Befürwortern wie Gegnern zu denken gibt.• Eine glaubhafte und engagierte Auseinandersetzung mit der Weltanschauung »Ernährung«.• Die Risiken einer streng vegetarischen Ernährung fundiert dargelegt.• Gerecht und nachhaltig essen - eine Positionsbestimmung über moralisch, politisch und gesundheitlich motivierte Vegetarier.

Lierre Keith ist Autorin, Biobäuerin, Umweltschützerin und eine engagierte Frauenrechtlerin in Massachusetts und Kalifornien. Ihre Bücher gelten als bahnbrechende Werke für Nachhaltigkeit und Ökologie und gegen die Ausbeutung der Umwelt und die Lebensmittelindustrie. Lierre Keith ist mit einflussreichen Umwelt- und Naturschutzgruppen assoziiert und nimmt mit Aktionen, Vorträgen und Demonstrationen politischen Einfluss. Ulrike Gonder ist Ökotrophologin und arbeitet als Wissenschaftsjournalistin, Autorin, Referentin und Trainerin. Seit Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit der ketogenen Ernährung und zählt nach viel beachteten Veröffentlichungen zu den wenigen Keto-Expertinnen im deutschsprachigen Raum.

Kapitel 4


Moralische Vegetarier


Beginnen wir mit einem Apfel. Ein Lebensmittel, so gewaltfrei, dass es gegessen werden will, sagen die Fruktarier. Das sind Menschen, die versuchen, ausschließlich von Früchten zu leben oder bei dem Versuch sterben. Manche Pflanzen umgeben ihre Samen mit fleischiger Süße und umhüllen sie mit leuchtenden Farben, um Tiere dazu zu verführen, sie zu essen und somit die Samen in neue, potenziell fruchtbare Erde zu bringen. Tiere erledigen die Arbeit, die Pflanzen, angewurzelt an einen Punkt, nicht bewerkstelligen können: einen geeigneten Platz zu finden, wo ihre Nachkommen wachsen können.

Einen Apfel zu essen ist also in Ordnung für diese moralischsten unter den Vegetariern, weil kein Tod involviert ist. So sagen sie jedenfalls.

Das erste Problem ist, dass die Menschen die Samen nicht einpflanzen. Wir entsorgen sie. Ganz bewusst entfernen wir das Kerngehäuse mit den Samen und werfen sie dann weg – wobei »weg« in industrialisierten Ländern bedeutet: eingeschlossen in eine Plastiktüte, die in einer Müllhalde begraben wird. Oder Fabriken entsaften und zerkleinern die Früchte für uns, verwandeln sie in Saft oderMcPies und entsorgen die Schalen, die Pressrückstände und die Samen eben nicht mit einem schönen Dunghaufen in der offenen Landschaft.

Oder, wenn wir ökologisch besonders korrekt sind, werfen wir die Samen auf den Komposthaufen, wo Zeit, Hitze und Bakterien sie töten. Das Ziel jedes guten Kompostierens ist es nun einmal, alle versteckten Samen zu töten.

Nichts davon hatte der Baum im Sinn.

Der Baum offeriert die Süße nicht aus Nächstenliebe. Er bietet einen Handel an. Und obwohl wir eingeschlagen und genommen haben, halten wir unseren Teil des Deals nicht ein.

Das Argument [einen Apfel zu essen, sei okay] zeugt von krassem Anthropozentrismus, und es ist seltsam, dass es von Menschen kommt, die sich explizit für die Freihe