: David Jackson
: Und blutig stirbt die Hoffnung Nathan Codys zweiter Fall: Der Thriller-Bestseller aus England
: ATG books
: 9783965190474
: 1
: CHF 6.10
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: Erzählende Literatur
: German
: 391
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
'Erinnert an Harlan Coben, obwohl meiner Meinung nach Jackson der bessere Autor ist.' - The Guardian Der zweite Band der aufregenden Thriller-Serie um den Liverpooler Ermittler DS Nathan Cody Auf dem Gelände der anglikanischen Kathedrale wird ein brutaler Mord verübt. Das Opfer ist die unschuldigste Person, die man sich vorstellen kann. DS Nathan Cody wird klar: Dem Killer reicht es nicht, einfach nur ein Leben zu nehmen, er muss seiner unbändigen Wut freien Lauf lassen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn schon bald will der Killer den nächsten Unschuldigen auswählen ...  

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Die Schönheit und Erhabenheit des Orts verstärken seine Angst nur zusätzlich.

Trotz der schlechten Sicht ist das Gebäude vor ihm unverkennbar. Es wirkt, wie aus dem schwarzen Himmel gemeißelt und anschließend mit einem eigenen Licht durchwirkt. Ein Gebäude, das seine Aufmerksamkeit fesselt. Schon oft hat er bezeugt, wie selbst die Gottlosen ehrfürchtig werden, wenn sie sich dem Bau nähern, und sei es nur, weil man sich daneben so unbedeutend fühlt.

Er weiß, dass es sich um einen Ort der Superlative handelt. Es ist die größte anglikanische Kathedrale Europas und die fünftgrößte der Welt. Mit dem lautesten und höchsten Glockengeläut der Welt. Und der größten Orgel des Landes. Sogar eine eigene Wachmannschaft gibt es an diesem Ort.

Aber das sind alles belanglose Nebensächlichkeiten. Was er so überwältigend findet, ist die schiere Spiritualität. Wenn Gott irgendwo weilt, dann hier.

Das Wetter verstärkt dieses Gefühl, in ein mystisches Land versetzt worden zu sein. Es ist später Nachmittag am ersten Samstag im Dezember, doch für manche hat Weihnachten verfrüht Einzug gehalten. Schnee erfüllt die Luft. Riesige, dicke Flocken wirbeln herab, bevor sie den zunehmend dichteren weißen Teppich auf dem Boden ergänzen. Der Schneefall hat eine gespenstische Stille erschaffen und bewirkt eine beunruhigende Veränderung des Lichts der Umgebung.

Das ist ein Zeichen, sagt er sich.Eine Warnung.Ich sollte umkehren, sollte sofort von hier verschwinden, solange ich noch kann.

Aber er geht weiter und beschleunigt die Schritte, um nicht zu weit hinter das plaudernde Paar vor ihm zurückzufallen. Die Nähe der beiden spendet einen gewissen Trost, ein Gefühl von Gruppensicherheit. Doch er weiß, dass es von kurzer Dauer sein wird.

Der Schnee knirscht und schmatzt unter seinen Stiefeln. Er hat die Kapuze seiner Jacke aufgesetzt und die Hände tief in den Taschen vergraben. Trotzdem zittert er. Dennoch weiß er, dass er Schweißperlen auf der Stirn hat. Seine Handflächen fühlen sich klamm an. Seine Atmung geht flach und schnell. Sie scheint nicht genug Sauerstoff in seinen Körper zu befördern. Es fühlt sich an, als könnte er jeden Moment in Ohnmacht fallen oder zumindest auf die Knie sinken und sich auf das makellose Weiß übergeben.

Vor den schwarzen Eisentoren bleibt er stehen. Das geschwätzige Pärchen setzt den Weg zum westlichen Vorbau fort, ohne ihn zu bemerken. Seine Angst steigert sich mit jedem Meter, den sich die beiden von ihm entfernen.

Er blickt hinter sich, späht durch den dichten Schneefall zur Straße.

Er wird verfolgt.

Unwillkürlich wünschte er, es wäre anders. Er wünschte, der dramatische Wetterumschwung hätte genügt, um eine Planänderung zu bewirken. Aber nein. Die Gestalten sind da und steuern auf ihn zu.

Ihm bleibt nicht viel Zeit.

Als er wieder nach vorn schaut, überlegt er,