: Peter Joachim
: Geschichten aus dem Polizeialltag
: Books on Demand
: 9783752636826
: 1
: CHF 3.50
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 150
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Er zog seine Waffe und scheinbar wie in Trance schoss er dem Auto hinterher. Er zielte dabei aber nicht auf Reifen, denn das weiss jeder Polizist, ein Reifen ist schwer zu treffen und ein Treffer im Reifen bewirkt fast nichts. Nein, er zielte auf den Fahrer. Der Schuss peitschte auf, ein Zweiter blieb in der Pistole stecken. Peter stieg wieder ein und Karola schaltete die Sirene ein. Polizeiarbeit kann spannend sein oder langweilig, manchmal aber auch gefährlich. Der Autor blickt nach 28 Jahren Dienst, hauptsächlich im Streifendienst, auf das Erlebte zurück und erzählt die Episoden mit einem Augenzwinkern.

Geboren 1962 absolvierte der Autor 1985 die Polizeischule und arbeitete dann in den verschiedensten Einsatzgebieten rund um die Langstrasse. Er führte einen Diensthund und absolvierte auch mit ihm diverse Einsätze. Zum Schreiben wurde er durch einen indirekten Vorfahren, den Dichter Josef Joachim, der Novellen schrieb.
Der entführte Bus

Die Busse der Zürcher Verkehrsbetriebe sind für den Linienverkehr gemacht, halten an genau definierten Orten und fahren ebenso genau festgelegte Wegstrecken. So dachte Peter auch, bis er es einmal anders erlebte.

Es war ein heisser Nachmittag, David und Peter fuhren in ihrem Streifenrevier herum, ohne dass sich das Funkgerät geregt hätte oder etwas Auffälliges auf der Strasse zu beobachten gewesen wäre. Mühsam kroch die Zeit dahin, irgendwie wollte es an diesem Tag einfach nicht vorwärts gehen. Der Schweiss lief ihnen in Strömen über das Gesicht und den Rücken hinunter. Ihr Streifenwagen war ein älteres Modell und hatte keine Klimaanlage. So hatten sie beide die Seitenfenster herunter gekurbelt um es etwas kühler zu haben. Im stockenden Verkehr einer Stadt mit viel Haltezeiten vor den Lichtsignalen ein eher utopisches Vorhaben.

„Das wird mir wieder ein toller Nachmittag“, sagte Peter zu David. Der nickte nur, während er den Streifenwagen aus dem"Milieu", wie das Gebiet rund um die Langstrasse in Zürich genannt wird, hinaus in Richtung Altstetten lenkte.

„Ich glaube, wir fahren mal etwas aus dem Chaos, da gibt’s frischere Luft als hier.“

Tatsächlich war die Luft zum Schneiden, mindestens 30 Grad, wenn man dem Thermometer des doch schon etwas betagten Volvos glauben konnte.

An der Hohlstrasse merkte man bereits den Luftzug, der von nichts gehindert üb