: Karen Königsberger
: Anna und ... der Brand der Burg Trausnitz Ein Landshut-Krimi
: Books on Demand
: 9783755743842
: 1
: CHF 8.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 414
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
"Ist dir klar, dass da draußen vielleicht gerade jemand umgebracht wird, während du hier rumstehst und über die richtige Konsistenz von Kuchenteig lamentierst?" Sommer 2017, kurz vor Beginn der Landshuter Hochzeit. Ihren wohlverdienten Lebensabend hat sich die frisch verwitwete Anna Hölzl eigentlich anders vorgestellt: Erst wird sie in Sankt Martin unfreiwillig Zeugin einer Mordankündigung, und kurz darauf steht auch noch ihre Enkelin samt Nachwuchs vor der Tür. Gut, dass Annas abenteuerlustiges zweites Ich Alex ohnehin die Nase voll hat von Beschaulichkeit und Strudelteig. Denn es bleiben nur fünf Tage, um einen Mörder zu finden - und das Geheimnis um den Brand der Burg Trausnitz zu lüften! Die Fortsetzung des preisgekrönten Kurzkrimis"Beichte" br />
Karen Königsberger, geboren 1973, ist promovierte Historikerin mit Schwerpunkt Zeitgeschichte. Sie lebt mir ihrem Mann und den beiden Kindern in Landshut. Nach verschiedenen beruflichen Stationen im Kulturreferat der Stadt München und am Forschungsinstitut des Deutschen Museums arbeitet sie seit 2008 in einem Sachverständigenbüro. In ihrer Freizeit verbindet sie ihr nach wie vor großes historisches Interesse mit einer neu entdeckten belletristischen Ader, zum Beispiel in Form einer Kurzgeschichtensammlung zur deutschen Nachkriegszeit, an der sie momentan arbeitet. Mit dem Kurzkrimi"Beichte" gewann sie 2016 den Ostbayerischen Krimipreis der Stadt Landshut sowie später den Krimiwettbewerb"Mörderis hes Ostbayern" des VS Ostbayern - und fand Gefallen an diesem Genre."Anna und ... der Brand der Burg Trausnitz" ist die Fortsetzung der"Beichte" und ihr erster Roman.
BESUCH IM BEICHTSTUHL

Wieder da.

Dieselbe Kirche. Derselbe Beichtstuhl.

Der Platz des Priesters.

Ich schließe die Augen und lehne mich zurück, streiche mit der Hand über den roten Samt, atme den Geruch von altem Holz und Weihrauch.

Alles wie vor einem Jahr – nur dass der Franz jetzt selig ruht.

Oder auch unselig, säuselt die Alex.

Überrascht öffne ich die Augen.

Seit einer Woche bin ich jetzt Witwe. Bis zur Beerdigung am Freitag war so viel zu tun, dass ich gar nicht zum Nachdenken gekommen bin. Dann die Trauerfeier, die vielen Leute, alle haben auf mich eingeredet. Aber gestern Morgen bin ich aufgewacht mit dieser aufdringlichen Stille im Kopf. Verwirrt habe ich in mich hineingelauscht.

›Alex?‹

Nichts.

›Alexandra, sag doch was!‹

Nichts.

›Wahrscheinlich ist sie einfach nur beleidigt, wegen was auch immer‹, habe ich schließlich gedacht. Das wäre jedenfalls nicht das erste Mal.

Die Alex ist schon ziemlich lange bei mir. Seit der Sache mit dem Wilfried, genau genommen, da bin ich acht gewesen. Ja, kurz nach dem überraschenden und nicht ganz freiwilligen Ableben meines Stiefvaters ist da plötzlich diese Stimme in meinem Kopf gewesen – und nie wieder weggegangen. Irgendwann, vielleicht mit zwölf oder dreizehn, habe ich es aufgegeben, sie zu ignorieren oder zu verscheuchen und ihr stattdessen einen Namen gegeben: Alexandra. Weil das so exotisch klingt – jedenfalls nicht so schüchtern und brav wie Anna. Und bei der Kurzform Alex kann man sogar an einen Jungen denken, einen richtig frechen und draufgängerischen Kerl, der sich so schnell vor nichts fürchtet. Ein Spielgefährte und Beschützer, einer, der weiß, wo’s lang