: Mark Blake
: MAGNIFICO! Freddie Mercury und QUEEN von A-Z
: Hannibal
: 9783854457206
: 1
: CHF 8.90
:
: Biographien, Autobiographien
: German
: 456
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Queen von A bis Z: Fakten, Listen, Anekdoten Die große Queen-Geschichte wurde schon oft erzählt - nicht zuletzt in dem äußerst erfolgreichen Biopic 'Bohemian Rhapsody' aus dem Jahr 2018. Mark Blake, der bereits mehrere Bücher über Queen und Freddie Mercury verfasste, widmet sich in seinem A-Z vor allem den weniger bekannten Tatsachen und fördert dabei eine beeindruckende Fülle an Informationen zutage, die viele Fans überraschen dürfte. Dabei umreißt auch 'Magnifico!' das Gesamtwerk der Band und setzt sich mit jedem Album und jedem großen Hit auseinander, legt das Hauptaugenmerk dabei auf die Insider-Geschichten hinter der Musik und arbeitet heraus, was diese Songs über die Musiker verraten, die sie erschufen. Es richtet den Blick auf Ereignisse, Personen und Orte, welche die Karriere der Band eher unabsichtlich beeinflussten - angefangen bei dem Bassisten, der zwei Gigs mit Queen spielte und gefeuert wurde, weil er auf der Bühne zu sehr aufgedreht hatte, oder den Mitgliedern von Freddie Mercurys Schülerband. Andere Einträge ergänzen die bekannten Fakten um zusätzliche Facetten oder bieten kurzweilige Exkurse - beispielsweise zu den LPs, die die Bandmitglieder 1970 gerade hörten, den 15 Großbritannien-Gigs von Jimi Hendrix, für die Freddie Mercury durchs ganze Land reiste, oder den bizarren Coverversionen, die Queen in ihren Anfangsjahren spielten. Doch auch tiefgreifende Analysen kommen in 'Magnifico!' nicht zu kurz. Blake schildert, wie das Queen-Management Freddie Mercurys Beerdigung inszenierte und welchen Einfluss das Outing des Sängers auf die Sexualmoral des späten 20. Jahrhunderts hatte. Und auch auf den phänomenalen Erfolg des Films 'Bohemian Rhapsody' geht der Autor natürlich gründlich ein und erläutert, welche Alternativ-Version der Queen-Geschichte hier erzählt wird und wie weit entfernt sie von der Wahrheit ist. Ein Buch, das sich ebenso schön am Stück lesen lässt, wie es zum Blättern einlädt - liebevoll illustriert und voller unerwarteter Erkenntnisse.

Mark Blake arbeitet seit 1989 als Musikjournalist, unter anderem für die britischen Magazine 'Mojo' und 'Q'. Nach zahlreichen Interviews mit Brian May und Roger Taylor wurde er von der Band beauftragt, Tourprogramme und Covertexte zu erstellen, 2011 war er an der Ausstellung zum 40-jährigen Queen-Jubiläum beteiligt und ist der Band inzwischen eng verbunden. Im Hannibal Verlag erschienen von ihm bisher 'Pink Floyd - Die definitive Biografie' sowie 'Peter Grant - Ein Leben für Led Zeppelin'.

A

Alternative Bandnamen

Denn Queen hätten sich beinahe nicht Queen genannt

Es war Freddie Mercurys Idee, die Band „Queen“ zu nennen. Nicht alle fanden das gut. „Ursprünglich gefiel mir der Name nicht; Brian ebenfalls nicht, aber wir haben uns daran gewöhnt“, sagte Roger Taylor.

Das war auch gut so, denn unter den weiteren Namens-Kandidaten befanden sich die folgenden:

•Build Your Own Boat

Nach einem Buch, das Brian May bei einem Freund von Roger Taylor zu Hause bei ihm in Cornwall gesehen hatte. Im Jahr 2011 fand Taylor seine Tagebücher aus dem Sommer 1970 wieder: „Fast hätten wir uns ‚Build Your Own Boat‘ genannt. Ich hatte sogar schon ein Logo dafür gezeichnet. Meine Güte …“

•Great Dance

Nach einem Begriff aus dem Science-Fiction-RomanPerelandrades Autors C. S. Lewis aus dem Jahr 1943, dem zweiten Teil seiner Perelandra-Trilogie. Sowohl May als auch Taylor waren eifrige Leser seiner Bücher. „Ich war ständig am Lesen“, sagte Taylor. „Herr der Ringe natürlich, dann Heinlein, Asimov und C. S. Lewis’ Science-Fiction.“ Diesen damals in der Diskussion stehenden Bandnamen hatten einige Zeitzeugen als „Grand Dance“ in Erinnerung.

•Rich Kids

Unbekannten Ursprungs, doch der Name dürfte Ausdruck von Freddie Mercurys Wunschdenken gewesen sein. Glen Matlock, der ehemalige Bassist der Sex Pistols, benutzte den Namen später für seine 1977 gegründete kurzlebige neue Band.

* * *

„Another One Bites the Dust“

Queens Boogie-Night

Die „Disco sucks“-Kampagne ist eine der unschöneren Episoden der amerikanischen Musikgeschichte. Im Jahr 1978 war DJ Steve Dahl vom Chicagoer Radiosender WDAI entlassen worden, nachdem dieser seine Programmausrichtung von Rock- auf Discomusik verlagert hatte. (Der vomSaturday Night Feverinspirierte Tanzboom hatte in den ganzen USA tief greifende Veränderungen bei den Sendern zur Folge gehabt.) Dahl wurde später bei einem Konkurrenzsender angestellt und begann, im Rundfunk Stimmung gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber und dessen neues Format zu machen.

Was als Aktivitäten eines gekränkten DJs begonnen hatte, entwickelte sich bald zu einer Kampagne gegen ein gesamtes Musikgenre. Dahls Feldzug gipfelte im Juli 1979 in der „Disco Demolition Night“. 50 000 Zuschauer trafen im Comiskey Park-Baseballstadion in Chicago mit Discoplatten ein, die während der Halbzeitpause eines Spiels der Chicago White Sox feierlich in die Luft gesprengt wurden. Auf vielen Schallplatten war nicht einmal Discomusik, sondern Musik von schwarzen Künstlern, was der Protestaktion eine unschöne, rassistische Note verlieh. Es war eine extreme Reaktion, die jedoch sinnbildlich für das Stammeszugehörigkeitsgefühl der Fangemeinden stand. Eine Zeit lang tauchten sogar im UK „Disco sucks“-Anstecker auf, die Underground-, Punk- und Heavy-Metal-Fans sich an die Lederjacken steckten.

Ein Jahr später veröffentlichten Queen in diese polarisierte Welt hinein ihre Single „Another One Bites the Dust“, die eine neue Zuhörerschaft anzog, so manchen alten Fan verprellte und über die auch innerhalb der Band die Meinungen auseinandergingen.

Zu den ersten Opfern von Dahls Kampagne zählte die amerikanische R&B-Band Chic. Die Erfolgsserie der von Gitarrist Nile Rodgers angeführten Band endete im Sommer 1979 mit „Good Times“. „Unsere Karriere wurde durch die Gegenbewegung drastisch abgekürzt“, sagte Rodgers. „Chic hatten nie wieder einen Hit.“

In Queens überraschendem Ausflug in die Gefilde des Dancefloor spielte Chic jedoch eine Rolle. Im selben Sommer besuchte John Deacon die Power Station Studios in New York, wo Chic gerade „Good Times“ aufnahmen. Er kehrte mit einer auffallend ähnlichen Basslinie und der Idee zu einem Song, der sich von allem anderen im Songkatalog von Queen unterschied, in die Musicland Studios in München zurück.

„Wir hatten keine Ahnung, auf was Deaky aus war, als er mit ‚Another One Bites the Dust‘ anfing“, sagte Brian May. Da Deacon seine Meinung gern für sich behielt, war das jedoch nichts Ungewöhnli