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Alternative Bandnamen
Denn Queen hätten sich beinahe nicht Queen genannt
Es war Freddie Mercurys Idee, die Band „Queen“ zu nennen. Nicht alle fanden das gut. „Ursprünglich gefiel mir der Name nicht; Brian ebenfalls nicht, aber wir haben uns daran gewöhnt“, sagte Roger Taylor.
Das war auch gut so, denn unter den weiteren Namens-Kandidaten befanden sich die folgenden:
•Build Your Own Boat
Nach einem Buch, das Brian May bei einem Freund von Roger Taylor zu Hause bei ihm in Cornwall gesehen hatte. Im Jahr 2011 fand Taylor seine Tagebücher aus dem Sommer 1970 wieder: „Fast hätten wir uns ‚Build Your Own Boat‘ genannt. Ich hatte sogar schon ein Logo dafür gezeichnet. Meine Güte …“
•Great Dance
Nach einem Begriff aus dem Science-Fiction-RomanPerelandrades Autors C. S. Lewis aus dem Jahr 1943, dem zweiten Teil seiner Perelandra-Trilogie. Sowohl May als auch Taylor waren eifrige Leser seiner Bücher. „Ich war ständig am Lesen“, sagte Taylor. „Herr der Ringe natürlich, dann Heinlein, Asimov und C. S. Lewis’ Science-Fiction.“ Diesen damals in der Diskussion stehenden Bandnamen hatten einige Zeitzeugen als „Grand Dance“ in Erinnerung.
•Rich Kids
Unbekannten Ursprungs, doch der Name dürfte Ausdruck von Freddie Mercurys Wunschdenken gewesen sein. Glen Matlock, der ehemalige Bassist der Sex Pistols, benutzte den Namen später für seine 1977 gegründete kurzlebige neue Band.
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„Another One Bites the Dust“
Queens Boogie-Night
Die „Disco sucks“-Kampagne ist eine der unschöneren Episoden der amerikanischen Musikgeschichte. Im Jahr 1978 war DJ Steve Dahl vom Chicagoer Radiosender WDAI entlassen worden, nachdem dieser seine Programmausrichtung von Rock- auf Discomusik verlagert hatte. (Der vomSaturday Night Feverinspirierte Tanzboom hatte in den ganzen USA tief greifende Veränderungen bei den Sendern zur Folge gehabt.) Dahl wurde später bei einem Konkurrenzsender angestellt und begann, im Rundfunk Stimmung gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber und dessen neues Format zu machen.
Was als Aktivitäten eines gekränkten DJs begonnen hatte, entwickelte sich bald zu einer Kampagne gegen ein gesamtes Musikgenre. Dahls Feldzug gipfelte im Juli 1979 in der „Disco Demolition Night“. 50 000 Zuschauer trafen im Comiskey Park-Baseballstadion in Chicago mit Discoplatten ein, die während der Halbzeitpause eines Spiels der Chicago White Sox feierlich in die Luft gesprengt wurden. Auf vielen Schallplatten war nicht einmal Discomusik, sondern Musik von schwarzen Künstlern, was der Protestaktion eine unschöne, rassistische Note verlieh. Es war eine extreme Reaktion, die jedoch sinnbildlich für das Stammeszugehörigkeitsgefühl der Fangemeinden stand. Eine Zeit lang tauchten sogar im UK „Disco sucks“-Anstecker auf, die Underground-, Punk- und Heavy-Metal-Fans sich an die Lederjacken steckten.
Ein Jahr später veröffentlichten Queen in diese polarisierte Welt hinein ihre Single „Another One Bites the Dust“, die eine neue Zuhörerschaft anzog, so manchen alten Fan verprellte und über die auch innerhalb der Band die Meinungen auseinandergingen.
Zu den ersten Opfern von Dahls Kampagne zählte die amerikanische R&B-Band Chic. Die Erfolgsserie der von Gitarrist Nile Rodgers angeführten Band endete im Sommer 1979 mit „Good Times“. „Unsere Karriere wurde durch die Gegenbewegung drastisch abgekürzt“, sagte Rodgers. „Chic hatten nie wieder einen Hit.“
In Queens überraschendem Ausflug in die Gefilde des Dancefloor spielte Chic jedoch eine Rolle. Im selben Sommer besuchte John Deacon die Power Station Studios in New York, wo Chic gerade „Good Times“ aufnahmen. Er kehrte mit einer auffallend ähnlichen Basslinie und der Idee zu einem Song, der sich von allem anderen im Songkatalog von Queen unterschied, in die Musicland Studios in München zurück.
„Wir hatten keine Ahnung, auf was Deaky aus war, als er mit ‚Another One Bites the Dust‘ anfing“, sagte Brian May. Da Deacon seine Meinung gern für sich behielt, war das jedoch nichts Ungewöhnli