Wenige Tage später ändert sich Elfriedes Leben und man kann ohne Übertreibung sagen, dass die Änderung dramatisch und nachhaltig ist. Das zentrale Ereignis markiert so etwas wie einen Wendepunkt. Von diesem Tag an teilt sich ihr Leben in ein Davor und Danach. Es ist fast so, als würde sie spontan in ein fernes, fremdes Land auswandern, um dort unter völlig neuen Bedingungen ihr weiteres Dasein zu fristen. Denn obwohl sie nicht ihre Koffer packt, alles hinter sich lässt, in ein Flugzeug steigt oder an Bord eines Schiffes Ozeane überquert, lernt sie ein völliges neues Land, ja eine völlig neue Welt kennen. Es ist eine Welt, deren Existenz sie bislang kaum vermutet hat. In dieser Anderswelt sieht nicht nur alles fremd und ungewohnt aus, dort scheinen auch ganz eigene Gesetze zu herrschen. Selbst die Schwerkraft und das Verhältnis von Ursache und Wirkung entsprechen offenbar nicht der vertrauten Erfahrung.
Bis zuletzt sieht Elfriede diese tiefgreifende Änderung nicht kommen, obwohl es Vorzeichen gegeben hat. Mehr noch, das was an diesem frischen, aber sonnigen Oktobertag auf sie zukommt, ist ihr in allen Einzelheiten angekündigt worden. Sie erhielt eine klare, unmissverständliche Vorhersage. In dem Moment, da ihr die Neuigkeit offenbart wurde, ist Elfriede ganz leicht gewesen, unbeschwert, offen, ohne Vorurteile. So und nur so konnte sie verstehen, was sie sah. Doch bald darauf hat sie ihre Leichtigkeit wieder verloren und die Botschaft geriet rasch in Vergessenheit. Kaum leuchtete die Sonne ihres Verstandes auf, wurde der Gedankenfluss zu Nebel, der ungreifbar und unbegreifbar über ihrem Bewusstsein waberte, bis er sich schließlich ins Nichts auflöste.
Also sitzt sie nachmittags ahnungslos in ihrem Klassenzimmer und