: Jörg Becker
: Wissensintensives Neudenken
: Books on Demand
: 9783754358269
: 1
: CHF 8.40
:
: Erzählende Literatur
: German
: 228
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ist die Menge vorhandener Informationen zu umfangreich, geht es darum, diese Vielfalt zu reduzieren und handhabbar zu machen. Man muss Schwerpunkte setzen und abstrahieren, d.h. zwischen wichtigen und weniger wichtigen Aspekten unterscheiden. Der notwendige Schwerpunktwechsel verlangt, sich inmitten einer unüberschaubaren Situation erneut mit Grundsatzfragen zu beschäftigen, also eine Vielzahl von Einzel-Tatbeständen als Ganzes zu betrachten. Diese Form der Gestaltbildung erleichtert die Möglichkeit, Vergleichbares zwischen äußerlich unterschiedlichen, jedoch strukturähnlichen Situationen zu erkennen und zu nutzen. Bei der Reduktion eines Überangebots an Informationen sollte ebenfalls darüber Klarheit geschaffen werden, welche Einflüsse Ursachencharakter haben und welche den Auswirkungen zuzuordnen wären. Für Akteure folgt daraus die Aufforderung, bei Entscheidungen immer ein breites Umfeld im Auge zu behalten. Eigendynamische Systeme erfordern aufgrund ihrer ständigen Bewegung eine Analyse der Trends, um vor diesem Hintergrund gegebenenfalls Entwicklungen extrapolieren zu können. Wenn die Daten ein strenges Verfahren nicht zulassen, müssen Entwicklungen in einer unschärferen Form hochgerechnet werden, damit Handlungen nicht hinter dem Geschehensablauf zurückbleiben: Wer einen Film beurteilen will, darf sich nicht auf Standfotos beschränken. Er muss auch die laufenden Bilder betrachten.

Jörg Becker ist Inhaber eines Denkstudios für strategisches Wissensmanagement zur Analyse mittelstandsorientierter Businessoptionen auf der Basis von Personalbilanzen und Standortbilanzen.

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Die ursprüngliche Erwartung, dass nach Corona alles wieder so werde wie früher, wird sich so wohl nicht erfüllen und weicht allmählich der Gewissheit eines grundsätzlicheren Wandels. Wobei dieser (trotz aller Umstellungsprobleme) aber nicht nur negativ sein muss. Die Menschen erleben so etwas wie eine Sprung-Digitalisierung. Das heißt, immer mehr Prozesse, ob bargeldloses Zahlen, Bankgeschäfte im Internet, Online-Handel und, und….., werden digitalisiert. Eine robotisierte Fabrik mit weniger Menschen ist zudem auch weniger anfällig für das Virus.

Zwar dacht man bisher, allmähliche Rationalisierungseffekte würden durch demographischen Wandel und neue Geschäftsfelder kompensiert. Aber das Coronavirus dürfte diese Entwicklung noch einmal deutlich beschleunigen. Schon allein aus Hygienegründen sind F