Kapitel 1
Schottland, Isle of Skye, gut hundert Jahre später…
Olivia lag in ihrem Bett und erzitterte, als eine Sturmbö um ihr Haus zog und durch ihren Kamin pfiff, in dem das Feuer längst ausgegangen war. Sie zog sich die Bettdecke enger um ihren Körper und vergrub die Nasenspitze tief in ihrem weichen Kissen, um die Wärme, die sich dort gehalten hatte, noch ein wenig auszukosten. Doch es war ihr keine weitere Ruhe vergönnt, weil es plötzlich laut an der Tür zu klopfen begann.
„Was zum…“ Noch vollkommen verschlafen und ohne richtigen Orientierungssinn, drehte sie sich in ihrem Bett herum und wäre beinahe gefallen, da sie scheinbar viel weiter am Rand lag, als sie vermutet hatte.
„Verflucht.“ Als ein weiteres lautes Klopfen an ihrer Haustür ertönte, schlug sie verärgert ihre Bettdecke zurück, wodurch sie der letzten wohltuenden Wärme beraubt war, und stieg fröstelnd aus dem Bett, um auf ihren dicken Socken die Treppen hinunter zu laufen.
Mittlerweile klopfte es das dritte Mal energisch an der Tür, wobei es dieses Mal schon fast in ein Hämmern ausgeartet war und Olivia kniff die Augen zusammen, um dem Besucher gehörig die Meinung zu sagen, der sie am ersten Tag im Jahr schon so früh und beinahe brutal aus dem Bett geholt hatte.
„Was soll der Scheiß?“ Sie riss die Türe auf und starrte auf den ihr unbekannten Mann, der davor stand. „Was zum Teufel wollen Sie?“
„Na, endlich.“ Der fremde Mann, der zugegebenermaßen eine ziemliche Erscheinung war, rollte genervt mit den Augen, als er sie erblickte. „Ich dachte schon, ich muss ewig in dieser höllischen Kälte stehen bleiben.“
„Wie bitte?“ Liv, die den Mann weder kannte, noch verstand, was er von ihr wollte, schlang die Arme um sich, als ein weiterer eiskalter Luftzug um das Haus pfiff.
„Du bist gar nicht so leicht z