: Franziska Steinhauer
: Mörderisches aus Cottbus und dem Spreewald Krimis
: Gmeiner-Verlag
: 9783839269169
: Kriminelle Freizeitführer im GMEINER-Verlag
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 234
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mord und Totschlag rund um Cottbus? Oder im Spreewald? Tatsächlich gibt es nicht viele Tötungsdelikte in der beschaulichen Region - allerdings sind der Fantasie ja keine Grenzen gesetzt. Der einsame Tote am Fließ, sonderbare Todesumstände bei einer Tour auf dem Gurkenradweg - an diese und viele andere Mordschauplätze nimmt Franziska Steinhauer die Leser gern mit.

Franziska Steinhauer lebt seit mehr als 25 Jahren in Cottbus. Bei ihrem Pädagogikstudium legte sie den Schwerpunkt auf Psychologie sowie Philosophie. Ihr breites Wissen im Bereich der Kriminaltechnik erwarb sie im Rahmen eines Master-Studiums in Forensic Sciences and Engineering. Diese Kenntnisse ermöglichen es der Autorin den Lesern tiefe Einblicke in pathologisches Denken und Agieren zu gewähren. Mit besonderem Geschick werden mörderisches Handeln, Lokalkolorit und Kritik an aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen verknüpft. Franziska Steinhauers Romane zeichnen sich vor allem durch gut recherchierte Details und eine besonders lebendige Darstellung der jeweiligen Figuren aus. Ihre Begeisterung am Schreiben gibt sie als Dozentin an der BTU Cottbus-Senftenberg weiter.

Todbringender Beifang


Matu lag ganz still. In seinem Blut.

Die blauen Augen zur Decke gerichtet.

Ein bisschen so, als fehlten ihm die Worte.

Dabei hatte er sonst immer mehr als erträglich davon zu bieten gehabt. Eine echte Nervensäge.

Wenigstens konnte er jetzt nicht länger über den Wels lamentieren. Tote eben. Die hatten naturgemäß andere Probleme.

»Nachtigall!«, meldete sich wenige Stunden später der Cottbuser Hauptkommissar unwirsch am Telefon. Ein Anruf noch vor dem ersten Kaffee am Morgen konnte nichts Gutes bedeuten.

»Wir haben hier eine Leiche. Einen Toten. Matu Krieschke sein Name. Unnatürliche Todesursache, meint der Arzt. Dem eingeschlagenen Schädel nach zu urteilen wohl Mord«, erklärte Hans Paulenz vom Polizeiposten Lübbenau.

»Erkennungsdienst ist schon vor Ort?«

»Ja, ja. Die Aliens kriechen hier rum und stellen Schildchen mit Nummern auf. Sehr zur Freude der interessierten Groß Klessower Bevölkerung. Sehr spannend. Bei uns passiert normalerweise nicht viel – das hier kennen die Leute nur aus dem Fernsehen.«

»Wie lautet die genaue Adresse?«, erkundigte sich Nachtigall und schrieb mit.

Den Zettel reichte er wenige Minuten später an seinen Kollegen Michael Wiener weiter.

»Wir fahren also nach Groß Klessow. Mal sehen, ob das Navi uns richtig führt, da hinten auf dem Weg nach Lübbenau verfährt es sich gern. Hm, Matu Krieschke. Der Name kommt mir bekannt vor.« Der junge Mann schüttelte ungeduldig den Kopf. »Egal, vielleicht fällt es mir unterwegs ein.«

Wiener bog in den Kreisverkehr ein und nahm die Abzweigung nach Burg.

»Wer hat den Toten gefunden?«, wollte Nachtigall von Hans Paulenz wissen.

»Der Sohn. Also eigentlich nicht. Einer der Hobbyfischer hat den Körper bemerkt und gleich am Haus geklingelt. So hat er den Sohn geweckt, und als der das Licht einschaltete …« Der Beamte räusperte sich unterdrückt.

»Wo finde ich den Vor-Sonnenaufgang-Angler?«

»Den habe ich dort drüben auf die Bank gesetzt. War ganz grün im Gesicht. Und ich dachte, besser der kotzt nicht direkt am Tatort.«

»Sehr gut«, lobte Wiener, zückte sein Notizbuch und machte sich auf, den Zeugen zu befragen.

Nachtigall stand derweil neben dem Opfer. Mord – das war eindeutig, da brauchte er nicht auf die Bestätigung durch den Rechtsmediziner zu warten.

»Stumpfe Gewalt«, vermutete auch der Arzt vom Dienst, der den Totenschein ausfüllte. »Dieses Ding da kommt als Tatwaffe sehr gut in Betracht.« Dabei wies er auf einen Aschenbecher, der auf einem der Fensterbretter stand. »Blut ist zwar nicht zu sehen – aber das muss ja nicht heißen, dass keines dran ist.«

Nachtigall entdeckte einen jungen Mann, der den Toten unverwandt anstarrte, als habe sein Blick sich festgesaugt wie ein Egel.

»Das ist sein Sohn, Maik«, wusste der Arzt. »Er hat auch die Polizei verständigt. Schrecklich. Die beiden haben hier zusammen gewohnt, nachdem die Mutter vor ein p