Waldemars ungewollte Rache
Wenn man dachte, der grausliche Anblick meiner Attacken gegen Waldemars Kopf, wo das Blut in Strömen floss, hätten mich abgehärtet, der irrt gewaltig.
Dass es mir jedes Mal flau im Magen war, als ich den armen Waldemar blutend und heulend vor mir sah, war eine vorerst von mir nicht wahrgenommene Tatsache.
Wie sehr mich das belastete, erlebte ich eines schönen Sommertages, als Waldemar über die Begrenzungsmauer der Hofeinfahrt, die eine direkte Sicht auf unsere Grundstücke verhinderte, nach mir rief und mir sagte, ich solle doch mal in den Garten gehen (Maschendrahtbereich), er wolle mir mal was Interessantes zeigen.
1954 Maschendrahtzaun zu Waldemar, im Vordergrund mein Vater
Voller Neugier rannte ich in den Garten, wo Waldemar schon mit hinter seinem Rücken versteckter Hand auf mich wartete. Als ich ihn aufforderte, mir doch die Neuigkeit endlich zu zeigen, die ich hinter seinem Rücken vermutete, streckte er mir seine Hand hin, von der ein jedenfalls für mich gewaltiger Blutstrom herunterfloss und auf die Erde tropfte.
Das war zu viel für mich. Mir wurde total übel, alles drehte sich um mich, mir blieb die Luft weg und ich fiel auf das Gott sei dank mit saftigen Früchten gut gefüllte weiche Erdbeerbeet.
Mein Opa hatte mich aus der Ferne beobachtet, kam herbeigerannt, sah Waldemar mit seiner blutenden Hand und mich mit einer scheinbar blutigen Wange.
Er trug mich unter die damals üblichen Gartenhenkelpumpen und pumpte mir das eiskalte Wasser ins Gesicht, was bewirkte, dass ich schnell wieder zu mir kam und meine Wangenblutung sich als Erdbeersaft herausstellte, den ich mir beim Hinfallen auf den Erdbeerstrauch eingefangen hatte.
Mit diesem Handicap musste ich noch lange leben, wie noch an anderen Stellen beschrieben wird.
Doktorspiele
Wie früher auf den Dörfern unserer Region üblich, wurde bei geplanten Maurerarbeiten nicht wie heute einfach eine Fuhre Sand bestellt, nein, man