: Hans-Peter Fischer
: Es Peterle
: Books on Demand
: 9783755761891
: 1
: CHF 7.90
:
: Biographien, Autobiographien
: German
: 178
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Hans-Peter Fischer, erfolgreicher Unternehmer und Lokalpolitiker, hat seine Lebenserinnerungen aufgeschrieben. Mit lakonischem Witz, köstlichem Humor und einer Prise Selbstironie schildert er seinen Lebensweg vom"Peterle" aus Südhessen, das bereits mit Schalk im Nacken und ausgeprägtem Geschäftssinn gesegnet war, zur gestandenen Unternehmerpersönlichkeit. Dieser Weg verlief keineswegs gerade, sondern ebnete sich erst durch die vielen Abzweige, die Fischer nahm. Er war in den unterschiedlichsten Geschäftsbereichen erfolgreich, musste aber bisweilen herbe Rückschläge hinnehmen. Mit Tatkraft, Flexibilität und Optimismus meisterte er auch diese. Er zögerte nicht, Chancen zu ergreifen, riskierte oft seine gesamte Existenz, trauerte nie Vergangenem nach, sondern warf sich beherzt in neue Unternehmungen. Seine Autobiografie ist nicht nur eine amüsant erzählte Lebensgeschichte mit lustigen Kinder- und Jugendstreichen, sondern darüber hinaus ein zeithistorisches Dokument. Fischers Weg führte ihn nach der Wende in die neuen Bundesländer. Die Darstellung der unmittelbaren Nachwendezeit aus Sicht eines westdeutschen Selfmade-Unternehmers macht die Kluft deutlich, die damals zwischen den beiden deutschen Staaten bestand und die noch immer nicht geschlossen ist."Es Peterle" ist eine ungewöhnliche Autobiografie. Statt Lobeshymnen auf sich selbst zu singen, stellt Fischer seine Laufbahn so beiläufig dar, dass auf den ersten Blick kaum auffällt, wie bemerkenswert sie ist.

Waldemars ungewollte Rache


Wenn man dachte, der grausliche Anblick meiner Attacken gegen Waldemars Kopf, wo das Blut in Strömen floss, hätten mich abgehärtet, der irrt gewaltig.

Dass es mir jedes Mal flau im Magen war, als ich den armen Waldemar blutend und heulend vor mir sah, war eine vorerst von mir nicht wahrgenommene Tatsache.

Wie sehr mich das belastete, erlebte ich eines schönen Sommertages, als Waldemar über die Begrenzungsmauer der Hofeinfahrt, die eine direkte Sicht auf unsere Grundstücke verhinderte, nach mir rief und mir sagte, ich solle doch mal in den Garten gehen (Maschendrahtbereich), er wolle mir mal was Interessantes zeigen.

1954 Maschendrahtzaun zu Waldemar, im Vordergrund mein Vater

Voller Neugier rannte ich in den Garten, wo Waldemar schon mit hinter seinem Rücken versteckter Hand auf mich wartete. Als ich ihn aufforderte, mir doch die Neuigkeit endlich zu zeigen, die ich hinter seinem Rücken vermutete, streckte er mir seine Hand hin, von der ein jedenfalls für mich gewaltiger Blutstrom herunterfloss und auf die Erde tropfte.

Das war zu viel für mich. Mir wurde total übel, alles drehte sich um mich, mir blieb die Luft weg und ich fiel auf das Gott sei dank mit saftigen Früchten gut gefüllte weiche Erdbeerbeet.

Mein Opa hatte mich aus der Ferne beobachtet, kam herbeigerannt, sah Waldemar mit seiner blutenden Hand und mich mit einer scheinbar blutigen Wange.

Er trug mich unter die damals üblichen Gartenhenkelpumpen und pumpte mir das eiskalte Wasser ins Gesicht, was bewirkte, dass ich schnell wieder zu mir kam und meine Wangenblutung sich als Erdbeersaft herausstellte, den ich mir beim Hinfallen auf den Erdbeerstrauch eingefangen hatte.

Mit diesem Handicap musste ich noch lange leben, wie noch an anderen Stellen beschrieben wird.

Doktorspiele


Wie früher auf den Dörfern unserer Region üblich, wurde bei geplanten Maurerarbeiten nicht wie heute einfach eine Fuhre Sand bestellt, nein, man