: Kass Morgan
: Light Years - Supernova Roman
: Heyne
: 9783641287832
: Light Years
: 1
: CHF 10.80
:
: Science Fiction
: German
: 320
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Quatra-Flottenakademie hat ihre Tore für Studenten aller Planeten geöffnet, denn für den Krieg gegen die Sylvaner werden die besten Raumschiffcrews gebraucht. Während beide Seiten zu einer gewaltigen Schlacht rüsten, wird die Freundschaft von vier Flottenkadetten auf eine harte Probe gestellt.

Orelia wurde wegen Spionage verhaftet, doch die Quartaner machen ihr ein Angebot, das nicht nur ihr Leben, sondern die gesamte Galaxis retten könnte. Arran muss eine bittere Trennung verarbeiten und flüchtet sich in die Arme eines anderen Jungen, doch sein Herz gehört nach wie vor seinem Ex. Cormack, der unter falschem Namen an der Akademie ist, dachte, er hätte alle getäuscht - bis sein Geheimnis auffliegt und plötzlich alles auf dem Spiel steht. Und Vesper ist auf dem besten Wege, eine der genialsten Offizierinnen aller Zeiten zu werden, bis sie eine Verschwörung entdeckt, die alles, woran sie je geglaubt hat, infrage stellt.

Kass Morgan studierte Literaturwissenschaft an der Brown University und in Oxford. Derzeit lebt sie als Lektorin und freie Autorin in Brooklyn. Noch vor Erscheinen ihres ersten Buches, 'Die 100', konnte sie bereits die Rechte der Serienverfilmung verkaufen. 'Die 100' schaffte es auf Anhieb auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, und auch mit den Folgebänden der Serie, 'Die 100 - Tag 21','Die 100 - Die Heimkehr' und 'Die 100 - Rebellion',knüpfte Kass Morgan an ihren sensationellen Erfolg an.

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Orelia


Orelia lag rücklings auf der schmalen, harten Pritsche – dem einzigen Möbelstück in der winzigen Zelle. Die Schwerkraft war anders eingestellt als in der restlichen Akademie. Sie war so drückend, dass Orelia kaum den Arm heben konnte, um sich an der Nase zu kratzen, geschweige denn einen Fluchtversuch zu unternehmen. Stehen war unmöglich, und selbst das Sitzen war so mühsam, dass sie es nur ein paar Minuten am Stück schaffte. Sie glaubte zu spüren, wie viel Mühe es ihrem Herzen bereitete, Blut durch ihren schweren, unbeweglichen Körper zu pumpen.

Seit sie am Vortag von den Wachen verhaftet und aus Zafirs Büro geschleift worden war, hatte niemand mehr mit ihr gesprochen. Sie war sich nicht einmal sicher, was genau man ihr vorwarf. Hatte die Quatra-Flotte herausgefunden, dass sie ein Geist war? Oder war sie nur misstrauisch, weil Orelia ihr Wissen über das Wechselspektrum der Geister dazu genutzt hatte, gemeinsam mit ihren Staffelkameraden das Schiff zu zerstören, das zur Akademie unterwegs gewesen war? Wenn Ersteres zutraf, würden Orelias mühevolle Atemzüge ganz sicher ihre letzten sein. Die besten Geheimdienstoffiziere der Flotte würden sie foltern und verhören, vielleicht sogar Zafir persönlich. Orelia erschauderte bei der Vorstellung, dass der Mann, der ihr Herz höher hatte schlagen lassen, möglicherweise teilnahmslos beobachten würde, wie sie sich vor Schmerzen wand.

Sie schloss die Augen und zwang ihre überlastete Lunge zu ein paar tiefen Atemzügen, um gegen die Panik anzukämpfen, die sich wie Giftgas in ihr ausbreitete. Sie hatte sich ihr ganzes Leben auf diesen Einsatz vorbereitet und war trotz der immensen Gefahr erfolgreich gewesen. Sie hatte es geschafft, die Quatra-Flottenakademie zu infiltrieren, ihren streng geheimen Standort zu triangulieren und die entsprechenden Koordinaten an ihre Führungsoffizierin auf Sylvan zu übermitteln. Dank Orelia hatten die Sylvaner endlich den Angriff durchführen können, den sie jahrelang geplant hatten – einen vernichtenden Schlag gegen das Herzstück des quatranischen Militärs, die Quatra-Flottenakademie. Im entscheidenden Moment hatte Orelia jedoch kalte Füße bekommen, weil sie nicht mit ansehen konnte, wie die Sylvaner die ersten echten Freunde umbrachten, die sie je gehabt hatte. Und so hatte sie den herzzerreißenden Entschluss gefasst, die Attacke zu sabotieren. Sie hatte ihren Staffelkameraden erklärt, dass sie die Kommunikationssysteme des sylvanischen Schiffs zerstören konnten, indem sie einen gerichteten Energieimpuls mit verschiedenen Frequenzen darauf abfeuerten. Der Plan war aufgegangen, doch der Erfolg hatte einen verheerenden Preis gehabt: Alle Sylvaner auf dem Schlachtschiff waren umgekommen, und die Quatraner hatten sich argwöhnisch gefragt, woher Orelia so viel über Geistertechnologie wusste.

Die Tür glitt zischend auf, und Orelia zuckte zusammen. Ihr Kopf fühlte sich zu schwer an, um ihn zu bewegen, und so blieb sie angespannt und reglos liegen.

»Hallo, Orelia«, sagte eine vertraute tiefe Stimme. Sie schaffte es, den Kopf gerade so weit zu wenden, dass sie Zafir und Admiralin Haze im Eingang stehen sah.

»Können Sie sich bitte aufsetzen?« Zafir drückte auf seinen Link, und das Gewicht, das Orelia auf der Pritsche fixierte, verschwand. Sie bewegte vorsichtig die Finger und krümmte ein paarmal die Zehen, ehe sie sich auf die Seite rollte und sich in eine sitzende Po