: Jana Lukas
: Wo dein Herz zuhause ist Die alte Schule am See - Roman
: Heyne Verlag
: 9783641286569
: Alte Schulhaus-Trilogie
: 1
: CHF 8.90
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: German
: 464
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Z hause ist, wo dein Herz höherschlägt

Felicia Sommerfeldt liebt ihr Zuhause – das alte Schulhaus am Starnberger See, mit dem sie die schönsten Momente ihres Lebens verbindet. Doch der Tod ihrer Großtante Leona zerstört den gemeinsamen Traum von einer Kochschule und Eventküche. Um wenigstens die alte Schule behalten zu können, die voller Erinnerungen steckt, entscheidet sich Felicia, Wohnungen im Haus zu vermieten. Ihre ersten Mieter sind Landschaftsarchitekt Ben Lindner und sein Hund Poldi, die das durchstrukturierte Leben in der alten Schule ordentlich durcheinanderwirbeln. Ben holt Felicia aus ihrer Erstarrung. Er tanzt mit ihr im Regen und küsst sie im Sonnenuntergang. Und während er den Garten der alten Schule unter seinem grünen Daumen zu neuem Leben erwachen lässt, beginnt auch Felicias Herz wieder zu erblühen.

Der erste Band der Alte-Schule-Saga

Was tun, wenn man zwei Traumberufe hat? Jana Lukas entschied sich nach dem Abitur, zunächst den bodenständigeren ihrer beiden Träume zu verwirklichen und Polizistin zu werden. Nach über zehn Jahren bei der Kriminalpolizei wagte sie sich an ihren ersten Roman und erzählt seitdem von großen Gefühlen und temperamentvollen Charakteren. Das gilt auch für die Romane, die sie unter dem Pseudonym Ella Thompson veröffentlicht und in denen sie uns mitnimmt an die malerische Ostküste der USA. Ihr Motto lautet: Es gibt nicht viele Garantien im Leben … Aber zumindest in ihren Romanen ist ein Happy End garantiert. Immer!

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Nichts ließ sich mit diesem Anblick vergleichen. Der See glitzerte im frühen Morgenlicht vor den schneebedeckten Bergketten, über denen gerade erst die Sonne aufging.

Felicia Sommerfeldt nippte an ihrem Kaffee und betrachtete das Panorama, dem keine Postkarte gerecht werden konnte. Das Gebäude des Starnberger Bahnhofes in ihrem Rücken war nicht gerade eines der schönsten, die die Stadt zu bieten hatte. Über die Jahre war es ziemlich heruntergekommen, und die Metallbänke am Bahnsteig gehörten zur typisch unbequemen Variante der Deutschen Bahn. Aber dieser Blick entschädigte dafür, genau wie für das frühe Aufstehen.

Jeden Morgen, wenn Felicia am Gleis auf ihre S-Bahn nach München wartete, ließ sie sich vom See überraschen. Heute war er glatt und glitzernd. Die Berge, dank des Föhns, zum Greifen nahe. Manchmal tanzten Nebelschleier über das Wasser, und bei schlechter Witterung schlugen die stahlgrauen, aufgewühlten Wellen gegen die Uferpromenade, während die Wolken so tief hingen, dass man das Gefühl hatte, dagegenboxen zu können.

Felicia blickte einem Segelboot nach, das im frühen Morgenlicht lautlos über den tiefblauen See glitt, und trank noch einen Schluck Kaffee aus ihrem Thermobecher. Dann schloss sie die Augen und hielt ihr Gesicht in die Sonne. In ihrem Büro in München würde sie bis zum Nachmittag kein Tageslicht mehr zu sehen bekommen. Also versuchte sie, jetzt noch so viel wie möglich davon zu speichern.

Das Handy in ihrer Handtasche signalisierte eine eingehende Nachricht. Es hatte vorhin schon einmal geklingelt, was sie ignoriert hatte. Also zog sie es jetzt aus ihrer Tasche und warf einen Blick auf das Display. Eine WhatsApp von Mimi, der Empfangsdame der Steuerkanzlei, in der Felicia als Buchhalterin arbeitete.Ich habe die Annonce verfasst, wie besprochen. Hab sie dir gemailt. Bis gleich im Büro.

Felicia unterdrückte ein Seufzen. Die Annonce lag ihr schwer im Magen. Sie wollte die Wohnungen in ihrem Haus gar nicht vermieten. Genau genommen wollte sie einfach nur ihre Ruhe haben und alleine sein, bis der Schmerz über den Tod ihrer Großtante Leona abebbte. Aber die zweite Nachricht, die sie erhalten hatte, erinnerte sie noch einmal daran, dass sie keine Wahl hatte.Hast du mein Geld?, schrieb ihr Cousin Frederik.

Felicia atmete tief durch und trank noch einen Schluck Kaffee, ehe sie antwortete.Ich melde mich zum festgesetzten Termin bei dir. Und keinen Moment früher, fügte sie in Gedanken an die Gier ihres Cousins hinzu.

Noch hatte sie einen Monat Zeit, bis sie Frederik seinen Erbteil am alten Schulhaus auszahlen musste. Sie kam nicht umhin, die drei leer stehenden Wohnungen in ihrem Haus zu vermieten. Es waren nicht gerade Luxusunterkünfte, was sie zwang, deutlich unter dem Starnberger Mietspiegel zu bleiben. Aber mit diesem Geld, ihrem Nebenjob als Kochlehrerin – der mit etwas Glück bald wieder anlief – und dem, was sie als Buchhalterin verdiente, gewährte ihr die Bank hoffentlich den Kredit, den sie brauchte, um ihrem Cousin sein Erbe auszuzahlen. Nur so würde sie ihr Zuhause – und die schönsten Erinnerungen ihres Lebens – nicht auch noch verlieren.

Felicia warf noch einen Blick auf den See hinaus und öffnete die Mail mit der Annonce, die Mimi ihr geschickt hatte. Gleichzeitig einen Schluck Kaffee zu trinken war allerdings ein Fehler gewesen. Was sie las, erschreckte sie so sehr, dass sie sich verschluckte und im selben Moment einen Teil des Kaffees über den Blazer und die weiße Bluse ihres Hosenanzugs verschüttete. »Mist«, fluchte sie leise, als auch noch die einfa