: Arno Strobel
: Mörderfinder - Die Macht des Täters Thriller | Die Serie von Nr.1-Bestsellerautor Arno Strobel
: S. Fischer Verlag GmbH
: 9783104914787
: Max Bischoff
: 1
: CHF 5.00
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 368
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Max Bischoff, begnadeter Fallanalytiker, ermittelt in seinem 2. Fall - Der neue Thriller von Nr. 1-Bestseller-Autor Arno Strobel Der Anruf kam unerwartet. Eine Ex-Kollegin bittet Fallanalytiker Max Bischoff um Hilfe. Ihr Neffe wurde des Mordes beschuldigt und hat sich daraufhin das Leben genommen. Mit 22. Ein Schuldeingeständnis? Oder die Tat eines Verzweifelten? Max sichtet die Fakten, die Beweislast ist erdrückend, aber nichts passt zusammen. Kein Motiv, vollkommene Willkür. Und dann die vage Verbindung zu einem anderen Fall. Irgendetwas ist da, das kann Max beinahe körperlich spüren. Aber der Kopf des Mörders bleibt ihm verschlossen. Hat er sich verrannt? Oder versagt die Fallanalyse und damit Max zum ersten Mal in seiner gesamten Laufbahn?  »Bei Arno Strobels Thrillern brauchen Sie kein Lesezeichen, man kann sie sowieso nicht aus der Hand legen. Packend und nervenzerreißend!« Sebastian Fitzek

Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gern mit seinen Leserinnen und Lesern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen auch vor den größten Urängsten nicht Halt. Seine Themen spürt er dabei meist im Alltag auf und erst, wenn ihn eine Idee nicht mehr loslässt und er den Hintergründen sofort mit Hilfe seines Netzwerks aus Experten auf den Grund gehen will, weiß er, dass der Grundstein für seinen nächsten Roman gelegt ist. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller. Arno Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier.

2


Max brauchte eine Viertelstunde bis zu Böhmers Wohnung in Volmerswerth. In den ersten Minuten der Fahrt war es derart kalt im Inneren des Wagens, dass Max immer wieder eine Hand vom Lenkrad nahm und darauf blies, um sie zu wärmen. Der Winter hatte früh Einzug gehalten in diesem Jahr. Obwohl es erst Anfang November war, lagen die Temperaturen schon seit Tagen deutlich unter null Grad.

Als Böhmer ihm die Tür öffnete, fiel sein Blick als Erstes auf die Rotweinflasche, die Max ihm entgegenstreckte.

»Montepulciano, ein2015er Monte Vecchio Riserva. Eigentlich zu schade für dich Banausen.«

»Eigentlich zu wenig dafür, dass du mir mitten in der Nacht auf die Nerven gehst«, erwiderte Böhmer knurrend, aber mit einem Lächeln und deutete mit einer Kopfbewegung in die Wohnung. »Nun komm schon rein.«

Max folgte Böhmer ins Wohnzimmer und betrachtete dabei die untersetzte Gestalt seines ehemaligen Partners. »Du solltest anfangen, Sport zu treiben«, bemerkte er, woraufhin Böhmer sich zu ihm umdrehte und mit der Handfläche über seinen gepflegten Dreitagebart strich, als dächte er angestrengt nach.

»Was?«, fragte Max scheinheilig.

»Ich überlege gerade, ob ich nicht doch schon zu müde bin und dich wieder nach draußen begleiten soll.«

Max hob grinsend die Flasche. »Sicher?«

»Nein«, entgegnete Böhmer nach einem Blick auf das Etikett und holte einen Korkenzieher und zwei Gläser aus dem hellen Vitrinenschrank.

Max ließ sich derweil auf der Couch nieder. »Erzähl mir was über Katharina Baumann«, forderte Max Böhmer auf, während er den Korkenzieher in den Flaschenverschluss drehte.

Böhmer nahm ihm gegenüber in einem Sessel Platz und zuckte mit den Schultern. »Da gibt’s nicht besonders viel. Sie ist Hauptkommissarin und kommt vomKK23, das ihr Exmann leitet. Oliver Baumann, vielleicht kennst du ihn. Etwa ein Jahr bevor du bei uns aufgehört hast, ist er zum ErstenKHK befördert worden und hat den Laden übernommen. Nach der Scheidung wurde es da wohl schwierig für sie, wie du dir denken kannst, zumal die meisten Kollegen sich auf die Seite des Chefs geschlagen haben. Also ist sie zu uns gekommen.«

Max hatte ihre Gläser mittlerweile zwei Finger breit gefüllt, und sie prosteten einander zu. Die Augen geschlossen, genoss Max den ersten Schluck und stellte das Glas dann auf dem Wohnzimmertisch ab.

»Ja, ich denke, ich habe Baumann mal getroffen. Wie alt ist seine Frau?«

»Zweiundvierzig.«

»Und? Was hältst du von ihr?«

»Ich finde, ihre Entscheidung, von Korruption und Wirtschaftskriminalität zu uns zu wechseln, war eine gute Idee, auch wenn der Grund für den Wechsel aus ihrer Sicht nicht so angenehm war. Sie hat sich gut bei uns eingelebt und verfügt über einen ausgeprägt analytischen Verstand. Hier und da erinnert sie mich sogar ein wenig an dich, nur dass sie bedeutend hübscher ist als du.«

»Und ihre Familie? Sie scheint ihrem Neffen sehr nahegestanden zu haben.«

Böhmer nickte. »Ja. Als sie herausgefunden hat, dass Baumann sie nicht zum ersten Mal mit irgendeinem jungen Hüpfer betrügt, hat ihr Bruder sie bei sich wohnen lassen und sich um sie gekümmert. Die Trennung war ziemlich unschön. Baumann wollte sie nicht gehen lassen. Als er eines Abends betrunken vor dem Haus ihres Bruders aufgetaucht ist und sie bedrängt hat, wieder zu ihm zurückzukommen, hat Jonas Kehler – so heißt ihr Bruder – ihm kurzerhand eins auf die Nase gegeben.«

Böhmer trank einen weiteren Schluck und grinste. »Baumann hat auf eine Anzeige verzichtet.«

»Hm … und jetzt der Mordverdacht gegen ihren Neffen.«

»Ja. Ein Nachbar, der nicht schlafen konnte, u