: Barbara Herrmann
: Gretas Erzählung Die verlorenen Weihnachtskugeln
: Books on Demand
: 9783754370278
: 1
: CHF 2.60
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 192
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Nach dem Tod seiner Mutter beschließt Daniel Gruber, eine Stelle als Meteorologe in deren Heimatdorf im Salzburger Land anzunehmen und das Haus der Familie zurückzukaufen. Dort entdeckt sein Sohn Julian auf dem Speicher eine Kiste mit Weihnachtskugeln, die ihn sofort in ihren Bann ziehen. Die Nachbarin Greta erzählt ihm daraufhin die Geschichte von zwei Waisenkindern, die von ihrem Onkel ausgebeutet und schikaniert wurden und in ihrer Verzweiflung zusammen mit den Schwabenkindern über die Alpen wanderten, um Arbeit zu finden. Schweren Herzens mussten sie die geliebten Weihnachtskugeln, die sich schon seit Generationen in der Familie befanden, zurücklassen. Eine bewegende und mystische Weihnachtsgeschichte über eine Bergbauernfamilie im frühen 20. Jahrhundert.

Barbara Herrmann ist in Karlsruhe geboren und in Kraichtal-Oberöwisheim aufgewachsen. Ihre Liebe zu Büchern und zum Schreiben begleitete sie während ihres ganzen Berufslebens als Kauffrau. Nach ihrem Eintritt in den Ruhestand sind mehrere Bücher (Romane, Reiseberichte, humorvolles Mundart-Wörterbuch) von ihr erschienen. Heute lebt die Mutter zweier Söhne mit ihrer Familie in Berlin.

Der Umzug


Was für eine Aufregung. Julian und Sofia saßen ordentlich angeschnallt auf dem Rücksitz des betagten Familienautos, das scheppernd im zweiten Gang die kurvenreiche Bergstraße hochächzte.

»Mama, wann sind wir denn da?«, fragte die neunjährige Sofia, während sie das Buch zuklappte, in dem sie die ganze Zeit gelesen hatte.

»Nur noch zehn Kilometer«, antwortete ihre Mutter Pauline, die sich halb umdrehte und ihr zulächelte.

»Ooch, das ist aber noch weit«, maulte Julian, der auf seinem Sitz mitsamt dem Gurt etwas nach vorne gerutscht war. Dabei ließ er die Beine gegen die Rücklehne des Fahrersitzes baumeln, sodass er seinem Vater rhythmisch in den Rücken trat.

»Mir ist so langweilig, Mama!«, rief er und warf seine Beine immer schneller gegen den Sitz.

»Aufhören, du Monster!«, schrie sein Vater so laut los, dass Julian vor Schreck zuerst erstarrte und dann in Tränen ausbrach.

»Was soll denn das, Daniel?«, herrschte Pauline ihren Mann an. Ihre Stimme bebte, ihre Augen blit