Der Umzug
Was für eine Aufregung. Julian und Sofia saßen ordentlich angeschnallt auf dem Rücksitz des betagten Familienautos, das scheppernd im zweiten Gang die kurvenreiche Bergstraße hochächzte.
»Mama, wann sind wir denn da?«, fragte die neunjährige Sofia, während sie das Buch zuklappte, in dem sie die ganze Zeit gelesen hatte.
»Nur noch zehn Kilometer«, antwortete ihre Mutter Pauline, die sich halb umdrehte und ihr zulächelte.
»Ooch, das ist aber noch weit«, maulte Julian, der auf seinem Sitz mitsamt dem Gurt etwas nach vorne gerutscht war. Dabei ließ er die Beine gegen die Rücklehne des Fahrersitzes baumeln, sodass er seinem Vater rhythmisch in den Rücken trat.
»Mir ist so langweilig, Mama!«, rief er und warf seine Beine immer schneller gegen den Sitz.
»Aufhören, du Monster!«, schrie sein Vater so laut los, dass Julian vor Schreck zuerst erstarrte und dann in Tränen ausbrach.
»Was soll denn das, Daniel?«, herrschte Pauline ihren Mann an. Ihre Stimme bebte, ihre Augen blit