In Frankreich stellen sie das besser an.
– Sie waren in Frankreich? fragte der Herr, indem er sich mit der höflichsten, aber siegfrohesten Miene von der Welt gegen mich wandte.–
Seltsam! sagte ich, als ich die Sache bei mir überlegte, daß einundzwanzig Meilen zu Schiffe – denn weiter ist es nicht einen Schritt von Dover bis Calais – einem Menschen solche Zuversicht geben soll! – Ich will mich doch selbst überzeugen. – Damit gab ich die Behauptung auf, ging stracks in meine Wohnung, packte ein halb Dutzend Hemden und ein Paar schwarzseidne Beinkleider ein –der Rock, den ich anhabe, sagte ich, indem ich den Aermel betrachtete, ist noch ganz erträglich – nahm einen Platz in der Postkutsche nach Dover, und da das Packetboot um neun Uhr des Morgens abging: so saß ich um drei Uhr an der Mittagstafel bei einem fricassirten Huhn so unzweifelhaft in Frankreich, daß, wäre ich in der Nacht an einer Indigestion gestorben, die ganze Welt nicht die Vollziehung des droit d'aubaineIn Kraft dieses Heimfallrechtes wird auf alle Effecten der Reisenden (die von Schweizern und Schotten ausgenommen), welche in Frankreich sterben, Beschlag gelegt, und wenn der Erbe selbst zur Stelle wäre; und Herausgabe findet um so weniger statt, da diese zufälligen Einkünfte verpachtet sind. hätte verhindern können – Meine Hemden und schwarzseidenen Beinkleider – mein Mantelsack und Alles darin wäre dem Könige von Frankreich anheimgefallen – sogar das kleine Bild, das ich so lange mit mir herumgetragen habe, und das ich, wie ich Dir, Elisa, so oft gesagt, mit mir ins Grab nehmen wollte, würde mir vom Halse genommen worden sein. – Wie ungroßmüthig! – sich der Trümmer eines arglosen Reisenden zu bemächtigen, den Ihre Unterthanen an ihre Küsten hingelockt haben. – Beim Himmel, Sire, das ist nicht wohlgethan! Und es thut mir sehr leid, daß es der Beherrscher eines so gebildeten und höflichen und wegen seiner feinen Beurtheilung und Empfindung so berühmten Volkes ist, mit dem ich rechten muß–
Doch ich habe ja kaum den Fuß in Ihr Gebiet gesetzt.–
Calais.
Als ich meine Mahlzeit beendet und auf die Gesundheit des Königs von Frankreich getrunken hatte, um meiner Empfindung zu genügen, daß ich keinen Groll gegen ihn hegte, sondern im Gegentheil ihn wegen seines menschenliebenden Sinnes hoch schätzte – fühlte ich mich infolge dieser Mäßigung beim Aufstehen um einen Zoll höher.
Nein, sagte ich, die Bourbons sind durchaus kein grausames Geschlecht. Sie können, gleich andern