: Klaus Sejkora, Henning Schulze
: Das Ich in der Krise Resilient durch Positive Transaktionsanalyse
: Junfermann Verlag
: 9783749502745
: 1
: CHF 26.20
:
: Lebensführung, Persönliche Entwicklung
: German
: 208
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Quellen der Resilienz aktivieren In Belastungen, Krisen und Traumata erleben wir uns oft als hilflos. Was geschieht in solchen Situationen mit unserer Psyche? Welche Möglichkeiten haben wir, um darauf Einfluss zu nehmen? Welche Rolle spielt Resilienz dabei und warum lässt sie sich oft so schwer aktivieren? Und warum führt uns unser in der Kindheit erlernter Umgang mit Krisen und Belastungen heute so selten ans gewünschte Ziel? Auf diese Fragen antwortet das Buch, indem es Resilienz mit den Mitteln der Positiven Transaktionsanalyse veranschaulicht: Wenn wir unsere Hilflosigkeit annehmen und uns auf die Angst, die Verletztheit, die Traurigkeit, den Ärger und die Scham einlassen, die damit verbunden sind, können wir die Quellen unserer Resilienz aktivieren. Sie liegen in unserer Identität, Autonomie und unseren Beziehungen. Anhand von zahlreichen Fallbeispielen, persönlichen Impulsen und Übungen zeigen die Autoren so den Weg aus der Krise hin zu Bindung, Sinn und Freude.

Dr. Klaus Sejkora ist klinischer Psychologe und Psychotherapeut in freier Praxis, Supervisor, Coach und Trainer. Er lebt und arbeitet in Linz (Österreich). Prof. Dr. Henning Schulze ist Hochschullehrer an der Technischen Hochschule Deggendorf sowie Supervisor, Coach und Trainer, Lehrsupervisor und Lehrcoach.

2. Belastung, Krise, Trauma: Die Eskalation


 Persönliche Impulse 7

Belastungen und Autonomie

Nehmen Sie sich ein wenig Zeit, die vergangenen zwei bis drei Wochen durchzugehen. Vielleicht finden Sie eine Situation, die Sie als „belastend“ identifizieren können: herausfordernd in dem Sinn, dass Sie mehr an Engagement, an Energie, an Zeit, an Emotion, an Nachdenken dafür verwenden mussten, als Sie das üblicherweise tun. Wählen Sie eine Situation, die für Sie nicht uneingeschränkt positiv, aber auch nicht umfassend negativ besetzt war oder ist. Versetzen Sie sich in diese Situation. Sie sind gefordert, noch nicht überfordert. Allerdings könnte die Tendenz bei steigender Belastung in diese Richtung gehen.

Sehen Sie die Situation wie ein Video vor sich: Was sind die näheren Umstände? Wie verhalten sich andere beteiligte Personen? Wie verhalten Sie sich? Was denken Sie? Was fühlen Sie? Halten Sie jetzt das imaginäre Video an und beantworten Sie die folgenden Fragen zu Ihrer Autonomie, indem Sie sich jeweils auf einer Skala von 1 bis 5 einordnen:

  • Sind Sie sich Ihrer Verantwortung für Ihr Fühlen, Denken und Handeln voll und ganz bewusst (5) – oder tendieren Sie dazu, die Verantwortung dafür bei anderen oder bei den Umständen zu suchen (1)?
  • Fällt es Ihnen leicht (5) oder schwer (1), andere Menschen in deren Bedürfnissen wahrzunehmen, vor allem dort, wo sich diese Bedürfnisse von den Ihren unterscheiden?
  • Können Sie verschiedene sinnvolle Möglichkeiten erkennen, um Ihre Gefühle und Gedanken auszudrücken (5) – oder denken Sie eher „Ich kann nicht anders …“, „Ich muss einfach …“ (1)?
  • Sehen Sie Möglichkeiten, den anderen beteiligten Personen Ihre Gefühle und Bedürfnisse mitzuteilen (5) – oder behalten Sie diese für sich (1)?
  • Ordnen Sie sich bitte in Bezug auf die Gesamtsituation ein: Wo erlebe ich mich auf einer Skala von 1 (= vollständige Fremdbestimmtheit) bis 5 (= weitgehende Selbstbestimmtheit)?

In dem folgenden Kapitel beschäftigen wir uns mit den äußeren und inneren Faktoren, die Menschen als Belastungen erleben, und mit dem kontinuierlichen Ansteigen dieser Anforderungen hin zur Überforderung, in weiterer Steigerung zur Krise und schließlich bis zum Trauma.

2.1 Belastungen, die fordern und überfordern


Grundsätzlich sind Umstände, die wir als belastend erleben, nichts Ungewöhnliches. Wann immer Menschen die Standardfloskel „Ich bin im Stress“ verwenden, sprechen sie damit etwas an, das für sie erschwerend ist, etwas, für das sie ihre persönlichen Ressourcen mehr in Anspruch nehmen als im Alltagsleben. Die Formulierung „als belastend erleben“ statt „belastet sind“ haben wir bewusst gewählt. Für einen Menschen kann es erholsam und entspannend sein, 300 km weit mit dem Auto zu fahren, ein anderer ist danach erschöpft und schweißgebadet. Wie wir Belastungen erleben, hängt davon ab, welche Ichzustände wir mehr und welche wir weniger aktivieren, wenn wir auf Stressoren treffen. Das hat wiederum unmittelbare Auswirkungen darauf, wie hilfreich oder wie eingeschränkt wir unsere Autonomie, also Bewusstheit, Spontaneität und Intimität, aktivieren können. Ideen dazu konnten Sie in den Persönlichen Impulsen vorhin entwickeln.

Im ersten Kapitel, in den Landkarten zur menschlichen Pe