Dienstag, 29. September
Er steht nackt im Bad und lässt das Wasser einlaufen. Eine Kappe Wacholderöl, gelb und duftend. Dann setzt er sich hinein. Das heiße Wasser kribbelt an den Beinen. Es ist ein bisschen beengt, ja, die Badewanne ist tatsächlich zu klein – aber diese Wohltat am Körper!
Er streckt sich lang, stellt die Beine auf. Anna heizt schon einmal die Stube ein. Aus dieser Perspektive hat er das Badezimmer noch nie gesehen. Er hat hier in den sieben Jahren noch nie gebadet, weil ihm die Wanne immer zu klein war.
Er liest ein japanischesGraphic Novel. Ein Mann geht mit dem Hund seiner Freunde spazieren. Durch die Straßen von Tokio. Er lässt ihn einen Ball apportieren und erinnert sich an seine Kindheit, als er für die Großen beim Baseball immer die Bälle holen musste.
Dann seift er sich mit Rosmarinseife aus Südfrankreich ein.
Im Wohnzimmer schlüpft er gleich unter die Decke und zieht die Kapuze seiner Sweatjacke über. Es ist noch hell. Anna bereitet in der Küche das Abendessen vor.
Nun kann der Winter kommen, denkt er und reibt sich vergnügt die Hände.
Freitag, 2. Oktober
Der Föhnsturm reißt ihm die Asche vom Zigarillo. Warm wie ein Frühlingswind, heftig wie der Mistral. Mülleimer rasseln keine durch die Straßen. Aber bei jeder Bö auf dem Balkon tanzen die Töpfe. Jetzt drinnen sitzen am Kamin, denkt er, das Dachgebälk ächzen hören und in seiner Knold-Pfeife eine Orientmischung rauchen – das wär‘s!
Samstag, 3. Oktober
Dreißig Jahre deuts