: Sabine Schumacher
: Pfirsiche im Spätsommer Roman
: Books on Demand
: 9783754386859
: 1
: CHF 0.50
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 256
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Charlotte ist fassungslos. Gerald, der Mistkerl, teilt ihr einen Tag vor ihrem 55. Geburtstag mit, dass er mit seiner Sekretärin Urlaub auf Mallorca machen wird - und dass sie die gemeinsame Villa bis zu seiner Rückkehr geräumt haben muss. Nach 30 Ehejahren von der Krise überfordert, verlässt Charlotte fluchtartig den Münchner Nobelvorort Grünwald. Ohne Gepäck und ohne Ziel fährt sie los. Mit an Bord ist Sammy, ihr zweites Ich, das sie überall hinbegleitet, seit sie denken kann... Witzig, spritzig und mit viel Sinn für feine Nuancen. Unerwartete Wendungen und interessante Begegnungen sorgen immer wieder für Überraschung. Wer Lust hat, bei humorvoller Unterhaltung auch ein wenig nachzudenken, wird dieses Buch lieben.

Sabine Schumacher wurde im Sommer 1969 in München-Schwabing geboren, wo sie auch aufwuchs und die ersten einunddreißig Jahre ihres Lebens verbrachte. Über Abstecher nach Laim, Germering und in die Oberpfalz landete die zweifache Mutter 2017 schließlich im schönen Allgäu, wo sie an der Seite ihres Mannes eine neue Heimat fand. Neben Romanen schreibt sie unter einem Pseudonym Glossen für eine Tageszeitung und beteiligt sich an verschiedensten journalistischen und literarischen Projekten. Ihr Lebensmotto: 'Sei schlau und hab' dich lieb. Du wirst dein ganzes Leben mit dir verbringen." KEINE NEWS MEHR VERPASSEN Folgen Sie Sabine Schumacher auf Facebook: facebook.com/psychokrimi

EINS


Gerne würde ich dieses Buch mit den Worten beginnen: „Es war ein lauer Sommertag in München-Grünwald. Die Vögel zwitscherten munter in den Bäumen, und die Sonne schien warm vom wolkenlosen Himmel herab. Fröhlich hüpfte Charlotte Wagner in ihrem frisch geputzten Bad von der Personenwaage und reckte mit siegreicher Geste die Faust gen Zimmerdecke.“

Es wäre eine glatte Lüge. Leider. Zumindest ab „Fröhlich“. Ich muss es wissen, denn: Charlotte Wagner, das bin ich.

Fakt ist, dass ich die Zahlen auf der Waage gar nicht erkennen konnte. Busen und Bauch waren im Weg. „Ah! Schwanger!“, werden Sie jetzt denken, und ich weiß nicht, ob ich Sie dafür küssen oder erwürgen möchte. Ich bin fünfundfünfzig Jahre alt. Damals noch vierundfünfzig. Aber so prägnant ist der Unterschied nun auch wieder nicht. Fangen wir noch mal von vorne an. Diesmal ohne Flunkerei. Den Teil mit dem „lauen Sommertag“ kennen Sie ja schon.

Es war der Tag vor meinem fünfundfünfzigsten Jubiläum auf Erden. Ich stand also im Badezimmer, um zu duschen und versuchte, irgendetwas auf dem verdammten Kontrollgerät der Maßlosigkeit zu erkennen, dessen Grundfläche im Laufe der Jahre immer kleiner zu werden schien. Doch so sehr ich mich auch reckte, streckte und die Luft anhielt – mehr als den obersten Rand meiner Zehennägel bekam ich einfach nicht ins Blickfeld! Kurz überlegte ich, einen Handspiegel zu