: Christian Gailus
: Chromosom 23 Eine Thriller-Satire
: ATG books
: 9783965190429
: 1
: CHF 8.80
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 307
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Eine uralte Prophezeiung, eine weltweite Verschwörung und ein ungleiches Ermittler-Duo im Wettlauf gegen skrupellose Bosse und irre Kleriker: Mission Impossible meets Die nackte Kanone ... nur schlimmer ... Weltweit verschwinden unter mysteriösen Umständen Frauen unter Sonnenbänken - was kaum jemand zur Kenntnis nimmt. Erst als der gefallene Investigativ-Journalist Michael Blohmquiz auf die Spur einer globalen Wirtschaftsverschwörung kommt, während zeitgleich der gefeierte Ornamentologe Richard Random den grausamen Mord an einem weltberühmten Physiker untersucht, kommen die Dinge ins Rollen ... und offenbaren ein komplexes Geflecht aus Illuminaten, Vatikan, der Zahl 23 - und einer mysteriösen Geheimgesellschaft, von der noch niemand gehört hat. Außer Christian Gailus ... Chromosom 23 zieht die bekanntesten Blockbuster-Thriller von Illuminati, über Passagier 23 bis hin zur Millennium-Trilogie mächtig durch den Kakao. Gewürzt mit fein eingestreuten Pointen, jeder Menge Hamster und einer dicken Prise Ironie ist Chromosom 23 ein bitterböser Angriff auf die Lachmuskeln, nicht nur für Thriller-Fans.

EINS


(Michael Blohmquiz)

 

Ich heiße Michael Blohmquiz, und ich bin Journalist – beziehungsweise war Journalist. Bis die Sache mit der Wenner Strom AG passierte, dem größten Energiekonzern für fossile Brennstoffe in ganz Europa. Wer glaubt, dass sich ein solcher Multi durch ein paar kreischende Fridays-for-Future-Kids in die Knie zwingen lässt, glaubt vermutlich auch, dass es sich beiGermanys next Top-Model um einen Nachwuchswettbewerb für Gesangstalente handelt.

Das sind keine Verschwörungstheorien, sondern Tatsachen. Fakten. Schließlich bin ich der Wahrheit verpflichtet. Beziehungsweise war es, bis die Anwälte von Wenner Strom mich in Grund und Boden geklagt haben.Verleumdung aufgrund mangelhafter Recherche. Lächerlich! Ich bin doch kein Provinzjournalist, der über die Inzest-Resultate regionaler Hasenzüchter berichtet. Oder über deren Tiere.

Mein Name ist Mickey Blohmquiz, und ich habe spektakuläre Enthüllungen vorzuweisen. Meine MonatszeitschriftCentury war trotz geringer Auflage bei Politikern und Wirtschaftsbossen gefürchtet, immerhin hatte ich rausgefunden, dass der wirkliche Grund für die Verzögerung und Kostenexplosion beim Bau des Berliner Flughafens BER der heimliche Bau eines separaten Alien-Terminals war, um potenzielle Außerirdische inkognito empfangen zu können.

Ich hatte den Wiesel-Skandal ins Rollen gebracht, indem ich nachwies, dass die Bremsleitungen absichtlich mit der Duftnote brünstiger Wieselweibchen versehen worden waren, um die Männchen zum hemmungslosen Durchnagen zu bewegen und damit die Autoindustrie anzukurbeln.

Und ich hatte die AfD-Spitze dazu verleitet, dem König von Sumbawamba nach einem Wahlsieg den Deutschen Bundestag als Sommerresidenz zu versprechen, wo er von Asylbewerbern verwöhnt werden sollte, sofern er dafür sorgen würde, dass einige unliebsame Journalisten in den Kupferminen von Sumbawamba verschwinden würden. Das Gespräch hatte ich mit versteckter Kamera gefilmt und sogar selbst den König gespielt – und zwar gar nicht mal so schlecht, wie Roberto Blanco später bei der Laudatio zur Verleihung des Deutschen Investigativpreises versicherte. Dass die Alternative für Deutschland nach dieser Enthüllung noch um fünf Prozentpunkte zugelegt hatte, brachte mich freilich ins Grübeln.

Das alles und noch viel mehr … hatte ich in meiner Funktion als unbestechliches Gewissen des Volkes getan.

Dann kam Wenner Strom. War es Zufall? Oder Karma? Oder einfach nur eine linke Nummer, um mich aus dem Verkehr zu ziehen?

Ich weiß es bis heute nicht.

Ich weiß nur, dass ich mit meiner alten Jugendflamme Myrte im Segelboot auf dem Weg zu den schwedischen Schären war, als wir zu den Klängen vonI’m sailing sozusagen auf halbmast in hohem Bogen aus der Koje flogen.

Erst dachte ich, irgend so ein verfluchter Fisch hätte uns gerammt, ein Wal oder Hai oder ein Riesenkrake. Doch als ich dann die Stimme hörte, wusste ich, dass wir es nicht mit