BASISTRAINING
Die 12 Sinne
Wir sitzen uns im Zugabteil gegenüber. Du siehst zum Fenster hinaus und lässt die Landschaft vorübergleiten ohne einzelne Eindrücke zu erfassen. Dein inneres Auge sieht dein Leben vorüberziehen – wie kommst du hierher in diesen Zug? Gestern war noch alles anders. Was ist falsch gelaufen in der letzten Zeit? Was ist gut und richtig? Was kommt auf dich zu? Zum ersten Mal seit langem steigt so etwas wie freudige Erwartung in dir hoch. Ich erzähle dir, dass wir im Basiscamp ein Sinnestraining erhalten werden. Denn unsere Sinne sind das Fundament unserer Wahrnehmung, und die ist wiederum nötig für unser Überleben.
Sei du selbst! Alle anderen sind bereits vergeben.(Oscar Wilde)
Nach sechs Stunden Zugfahrt empfängt uns ein kleiner Bergbahnhof. Mit uns steigen noch einige andere Rucksackreisende aus. Ein kurzer Fußmarsch bringt uns zu einem großen Holztor – „Basecamp“ steht darüber. Wir gehen hindurch und sehen uns um. Es sind gar nicht so wenige hier, geschätzt ca. 70 Personen. Es herrscht reges Treiben, manche blicken neugierig um sich, andere etwas scheu. Auch dein Blick schweift umher, und du bemerkst mehrere Trainingsbereiche im Camp. Wozu sie dienen, wissen wir noch nicht. Du wirfst mir einen fragenden Blick zu. Was wird von uns verlangt? Und was, wenn wir es nicht schaffen?
Bevor noch irgendeine Nervosität aufkommen kann, steht ein junger Mann vor uns. „Hi! Keine Angst, es macht Spaß, dabei zu sein, und jeder bekommt die Reise, die für ihn passt“, sagt er mit breitem Grinsen und streckt uns seine Hand entgegen.
„Hi, Joe“, begrüße ich ihn und stelle dich ebenfalls vor. „Kommst du auch mit auf die Reise?“
Er lacht. „N