: Ariane Swoboda
: Mein Audition-Journal Wegbegleiter& Arbeitsbuch für Musicaldarsteller*innen
: myMorawa von Dataform Media GmbH
: 9783991290612
: 1
: CHF 11.40
:
: Kunst
: German
Inhaltlich und organisatorisch gut vorbereitet zu sein ist für jede Art von Vorsingen unerlässlich. Auf viele Fragen, die sich auf dem Weg zur großen Bühne stellen, werden Sie in diesem Leitfaden Antworten finden. Fünf klare Schritte zur organisierten Präsentation werden Ihnen ebenso helfen wie das 4-Punkte-Programm zu jedem Audition-Song. Ein Test gibt Aufschluss darüber, welcher Audition-Typ Sie sind und maßgebende Personen der deutschsprachigen Musicalszene liefern unverzichtbare Tipps aus der Praxis. Im künstlerischen Bewerbungsprozess zählen nicht nur Musikalität und gekonnte Stimmführung. Es gilt in dem oft kurzen Moment der Audition eine Stimmung zu kreieren, die das Leadingteam neugierig auf mehr macht. Auch wenn sich Musicaldarsteller*innen immer wieder beweisen müssen, kann eine gelungene Vorbereitung helfen, diesen Moment auch zu genießen. Dieses Buch ist das erste seiner Art im deutschsprachigen Raum. Es liefert Antworten und hilft jungen Darsteller*innen ihren Fokus zu finden. Mit dem angehängten Journal dient es gleichermaßen als Leitfaden wie auch als Arbeitsbuch Ein Fachbuch für Junge Musicaldarsteller/innen

Während des Studiums


Vom Anderen lernen


Sich zu vergleichen ist einerseits der Antriebsmotor, andererseits aber auch die größte, schmerzhafteste Herausforderung an den*die Künstler*in. Sobald Sie in den Gruppenstunden (vor allem in Tanz, Improvisation und Auditionclass) neben Ihren Studienkolleg*innen stehen, werden Sie sich ständig mit den anderen vergleichen bzw. in Gedanken deren Ausführungen, die Körpersprache oder ihre Umsetzungen bewerten. Und das ist auch gut so!

Auf der Musicalbühne wird oft nach einem Ensemble gesucht, das sich homogen zusammenfügt. Das bedeutet, dass sich alle Darsteller*innen wie eine Person bewegen – und sich so ähnlich wie möglich in ihrer Körpersprache vereinen. Denn so ist sichergestellt, dass ein ganz bestimmter Tanzstil bei allen gleich aussieht.

Wenn Sie beim Tanzunterricht in den Spiegel sehen, dann nicht nur, um Ihre eigene Körperhaltung zu überprüfen und Korrekturen umzusetzen, sondern auch, um zu sehen, wie es der oder die Kolleg*in neben Ihnen macht. Sieht mein Arm aus wie ihrer, kann ich mich genauso bewegen, gefällt mir besser, was ich bei Ihnen sehe? Wie muss sich meine Schulter drehen, damit meine Bewegung genau so fließend oder kraftvoll ist? Sehen Sie nicht sofort die Konkurrenz, sehen Sie eine*n Partner*in, von dem*der Sie lernen können. Sehen Sie eine Möglichkeit, neue Wege auszuprobieren.

Moshé Feldenkrais spricht davon, die Bewegung so lange auszuprobieren, bis sie effizient ausgeführt wird – also die reine Bewegung mit dem wenigsten Aufwand. Gerade wenn Sie mit dem Aussehen einer Bewegung unzufrieden sind, probieren Sie diese so lange, bis sie vertrauter wird und Sie sich damit versöhnen. Und obwohl sich Ihr Körper automatisch an die Bewegung der anderen anpassen wird, wird er das auf eine ganz eigene Weise tun. Haben Sie keine Angst! Sie werden nicht die Kopie der anderen.

Natürlich setzt das immer eine Form der Öffnung voraus. Veränderung beginnt mit der Akzeptanz des „Ist“-Zustandes.

So schwer es Ihnen auch fallen mag, sich zu präsentieren – es ist am besten, sich sofort den Studienkolleg*innen zu zeigen. Wenn diese Hürde einmal überwunden ist, wird es immer leichter. Wir alle haben Defizite, sind nicht perfekt und jede*r hat genug mit sich zu tun.

Wenn ich im Fach Auditionclass unterrichte, merke ich auch immer wieder, dass der Vortrag vor den Kolleg*innen eine große Herausforderung ist. Eine Studentin fragte mich: „Wie ist es, ein Fach zu unterrichten, vor dem sich alle fürchten?“ Nun, Sie sollen sich nicht fürchten! Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan.

Die Ausbildung bietet den sichersten Raum. Den Raum, in dem Sie alles ausprobieren können und selbst spielerisch neugierig auf alle Möglichkeiten schauen können. Und keine davon ist falsch. Probieren Sie und seien Sie nicht so streng mit sich selbst.

Was würden Sie ihrem*r besten Freund*in sagen, wenn es schiefgeht? Hier ist der Ort, wo Sie Fehler machen können und sollen, damit Sie selbst erkennen, wie Sie sich der gespielten Figur immer mehr nähern können, wie unterschiedlich sie interpretiert werden kann und – falls Ihre Kolleg*innen auch diesen Song singen – wie Sie daran wachsen können, diesen Charakte