Kapitel 2
EINE BEZIEHUNGMIT GOTT
Das Evangelium zielt letztendlich auf eine liebevolle, erfüllende Beziehung mit Gott ab. Solange dieses Ziel nicht wirklich verstanden wird, muss man sich nicht wundern, wenn auch der Weg dorthin Verdrehungen aufweist. Weil uns nicht klar ist, was Gott sich wünscht, verschwenden wir viel Zeit und Mühe darauf, ein völlig anderes Ziel zu verfolgen als jenes, das Gott sich für uns wünscht.
Jesus kam nicht, um eine Armee aufzubauen. Er kam, weil Er eine Familie haben wollte. Durch Sein Werk werden wir adoptiert, nicht eingezogen. Adoption bedeutet die Aufnahme in eine Familie. Einziehung ist hingegen die Einberufung in eine Armee. Gott ist unser Vater, nicht unser General. Obwohl Jesus unser Herr ist, ist Er auch unser älterer Bruder. Das letztendliche Ziel Gottes ist nicht ein Arbeitstrupp oder eine Streitkraft, es ist eine Familie.
Gott will, dass wir Seine Söhne und Töchter sind. Er will, dass wir ein Teil seiner Familie sind. Er will unsere Beteiligung. Er will eine Beziehung mit uns. Deshalb entwarf Er einen Plan, um dies zu erreichen. Er musste zuerst ein Problem lösen, das als Hindernis zwischen Ihm und uns stand – die Sünde!
Sünde hat die Menschheit von Gott getrennt. Die Sünde schaffte eine Kluft, die wir nicht überbrücken konnten. Die Sünde erzeugte dieses Hindernis, das uns stets davon abhalten würde, Gott zu lieben, ihm zu vertrauen und mit Ihm innige Gemeinschaft zu haben. Die Herrschaft der Sünde begann mit Adam und dauert in der Welt bis heute an.
Das erste Buch Mose gibt uns Einblick in die Art und Weise, wie die Sünde die Beziehung des Menschen mit Gott beeinflusst hat. Einer der traurigsten Verse der Bibel ist 1. Mose 3,8:»Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war; und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des HERRN hinter den Bäumen des Gartens.« So wie Gott den gesamten Menschheitsplan in Gang gesetzt hatte, so wie er jeden Aspekt der Schöpfung initiiert hatte, so wie er gleich zu Beginn eine Beziehung zum Menschen eingegangen war, so ging auch dieser Besuch bei Adam an diesem Tag von ihm aus. Doch zum ersten Mal antwortete der Mensch nicht. Er versteckte sich vor Gott. Von diesem Tag an bis heute weicht der Mensch der Einladung Gottes aus. Der Mensch weigert sich, Gott nahe zu kommen und ihn zu erleben.
In 1. Mose 3,9 heißt es:»Da rief Gott der HERR den Menschen und sprach: Wo bist du?« Vom Originaltext ausgehend spricht einiges dafür, dass Gott rief, um Frieden zu machen. Gott wollte Frieden. Doch Adam glaubte, Gott wolle ihn richten. Bis zum heutigen Tag leben furchtsame Menschen mit dieser Vermutung.
Leider erfahren nicht nur die Verlorenen diese Angst vor Gott. Selbst wenn Menschen errettet wurden, ziehen sie sich oft vor der Nähe Gottes zurück. Unter Gläubigen mangelt es häufig an Vertrauen, was Gottes Wunsch nach Nähe mit