Einleitung
Als Anfang 2020 die ersten Corona Infektionen in Deutschland festgestellt wurden, dachten noch viele, dass dies kein Grund zur Beunruhigung sei – war es doch nicht die erste Infektionskrankheit aus Asien. Unbeschwerte Karnevalsfeiern, Après-Ski-Partys etc. waren der Nährboden für eine schlagartige Verbreitung des Virus in Europa.
Fehleinschätzungen der Politik, wie anfänglich weiterhin offene Grenzen und Flugbewegungen führten dazu, dass die Infektionszahlen rapide anstiegen. Andere Länder traf es noch härter als Deutschland, z. B. Italien oder Spanien. Die Weltgesundheitsorganisation rief am 11. März 2020 die Pandemie aus. Die Folge: Ein Lockdown in vielen Ländern mit einer nie dagewesenen Beschränkung der Freiheitsrechte. Die Produktion wurde in vielen Teilen der Wirtschaft heruntergefahren, internationale Lieferketten sind zusammengebrochen, Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen wurden geschlossen, es gab Panikkäufe in den Supermärkten. Diese Bilder prägten den ersten Lockdown.
Um die Folgen des Lockdowns für die breite Bevölkerung wirtschaftlich abzumildern, war es wichtig, Entlassungen soweit möglich zu verhindern. Kurzarbeit hatte sich schon bei der Finanzkrise 2008/09 als sehr wirksames Instrument erwiesen. Schnelle Entlassungen zu Beginn der Pandemie waren eher eine Randerscheinung, wie die nachfolgende Grafik zeigt [Abbildung 1]. Hier hat das Institut für Arbeits- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) im Arbeitsmarktbericht Mai 2020 die Veränderungen wesentlicher Branchen vom März 2019 zu März 2020 gegenübergestellt.
Deutlich erkennbar ist, dass die Metall-Elektro-Industrie einschl. der Autoindustrie im letzten Jahr ihre Herausforderungen hatte und der Motor schon vor der Pandemie gestottert hat.
Für die Arbeitnehmerüberlassung – die in Deutschland stark mit dieser Leitindustrie verbunden ist – war 2019 schon ein schlechtes Jahr.
Ansonsten war der Arbeitsmarkt von der Pandemie in den ersten Monaten nur moderat betroffen.
Abbildung 1: Gegenüberstellung Veränderung März 2020 zu März 2019
Deutlicher werden die Zahlen aus dem Arbeitsmarktber