1 Gethsemane
Joachim hatte sein Leben Jesus übergeben.
Er wollte es seinen Eltern sagen, die in Südtirol in Urlaub waren. Er rief dort an und machte Donnerstag, den zehnten September, als Ankunftstag aus.
Im September konnte man noch gut in die Berge fahren, dachte er und wollte das Ganze mit einer Motorradtour verbinden.
Ein paar Alpenpässe, hinunter nach Bozen, auf dem Rückweg den Passo di Gavia mit seiner berüchtigten Südrampe – das wäre was!
Es war seltsam, für die Reise zu packen.
Es war erst ein Jahr her, dass er die Tour nach Dänemark, Norwegen und Südschweden gemacht hatte.
Und nun sah er die Welt ganz anders.
Eine große Spielwiese, in der er unterwegs sein konnte. Er hatte keinerlei Befürchtungen, dass ihm irgendetwas passieren könnte.
Er hatte auch keine Angst vor Einsamkeit.
Er wusste ja, dass Jesus bei ihm war.
Leichten Herzens fuhr er los. Er genoss das Unterwegssein und die schöne Strecke durch die Berge.
Er fand in Bozen die kleine Abzweigung nach Welschnofen hinauf und tuckerte mit seiner BMW vor der Pension vor.
Seine Eltern hatten schon gewartet und freuten sich sehr.
Die Mutter umarmte ihn und schmatzte ihm einen Kuss auf die bärtige Wange. Der Vater grinste und fragte, wie die Fahrt gewesen war.
Es war nicht das erste Mal, dass er sie in ihrem Urlaubsort besuchte. Aber es war erst das zweite Mal.
Sie wussten nicht genau, weshalb er gekommen war. Weshalb so kurz entschlossen. Am Abend wollte Joachim es ihnen sagen.
Sie hatten noch ein Zimmer für ihn organisiert, das sie natürl