Berstendes Glas. Die dünnen Scheiben halten dem Druck nicht mehr stand. Das heulende Untier holt uns ein, vor dem wir geflohen waren. Jetzt auch krachend splitternde Fenster aus dem dunklen Gang oben, eingedrückt vom Sturm. Wieder Flucht vor dem Sturm aus dem kalten Gang in den kargen Schlafsaal der Gäste. Die weißen Wände vom flackernden Licht kahler Glühbirnen gelb erleuchtet, die Rucksäcke am Boden. Hier ist noch alles heil. Doch wohin soll man sich legen, wenn jedes der klapprigen Eisenbetten in der Nähe eines Fensters steht? Würden plötzlich klirrend Scherben über das Bett und meinen Kopf schleudern, mitten in der Nacht?
Begonnen hatte es mit einem besorgten Blick auf das Meer. Lange vor Sonnenaufgang aufgestanden hatten Tom und ich unten bei der Feuerstelle zu beten begonnen. Hinter uns die Skiti Hagia Anna, eine kleine Klostersiedlung an der klippenreichen Südostspitze der Halbinsel Athos, dem Staat in Nordgriechenland, der nur aus orthodoxen Mönchen besteht und einer mediterranen Wildnis, in der die Zeit seit Jahrhunderten stehengeblieben scheint. Tagelang waren wir gewandert. Schweigend, betend. Bis heute, dem Abreisetag und dem besorgten Blick auf das Meer: Denn weg kamen wir hier nur mit der Fähre, kein Landweg führt auf den Athos. Oder zumindest kein gefahrloser, frei zugänglicher, bekannter, auf Karten eingezeichneter. Doch die Ägäis zeigte sich an jenem frühen Morgen anders im Dämmerlicht, als ich das Meer je zuvor gesehen hatte. Wellen peitschten schaumgekrönt, Reihe um Reihe. So dicht an- und ineinander, dass Grau sich brodelnd ins Grau stürzt. Eine einzige Gischt, dort weit unter uns. Die Stunden der Dä