Der Kammerdiener öffnete die Vorhänge. Vincent blinzelte ins helle Licht.
»Guten Morgen, Sir! Ich hoffe, Sie haben gut geschlafen?«
»Vielen Dank, Banks, sogar herrlich gut geschlafen!« Vincent streckte seine Arme und Beine. »Ich möchte mich gleich anziehen und frühstücken. Vorher schreibe ich eine kurze Nachricht für Lady Northland, die bitte sofort überbracht werden muss.«
»Selbstverständlich, Sir. Ich werde persönlich dafür sorgen.«
Nachdem Vincent aufgestanden war, schrieb er rasch ein paar Zeilen und übergab sie Banks zur Weiterleitung.
»Wenn Sie es bitte gleich veranlassen würden … Und der Laufbursche soll auf Antwort warten. Ich werde mich in dieser Zeit frisch machen.«
Den Kopf leicht neigend ging der Kammerdiener sogleich nach unten, um den Botenjungen auf den Weg zu schicken und ihn nachdrücklich darauf hinzuweisen, dass dies eine sehr wichtige Nachricht sei und er auf keinen Fall ohne Antwort zurückkehren dürfe.
Kurze Zeit später lief der Junge im Bewusstsein, etwas von hoher Bedeutung zu tun, sofort los.
Banks eilte, so schnell Alter und Würde es zuließen, zu seinem Herrn zurück. Die Vorstellung, er könnte versuchen, sich selbst die Kleidung auszusuchen, ließ ihn fast in Panik ausbrechen. Seiner Meinung nach war kein Gentleman fähig, sich selbst anzukleiden, und obwohl er eine sehr hohe Meinung von seinem Herrn hatte, traute er ihm doch eine so schwierige Entscheidung nicht zu.
Vincent wollte sich gerade ein Hemd aus der Kommode nehmen, als Banks ins Zimmer stürzte und sich zwischen Kommode und Vincent zwängte. Vorsichtig nahm er seinem Herrn das Hemd aus der Hand. Liebevoll streichelte er es wieder glatt.
Vincen