E-Mailaustausch Dennis und Lara
Und so starten wir den 3. Band, mit einem schriftlichen Austausch zwischen Dennis, dem Könisch und mir. Wir philosophieren, hinterfragen und suchen ständig Antworten, was Beziehung zwischen Mann und Frau betrifft. Ja und nebenbei treffen wir uns ab und an, um uns die Nähe zu schenken, welche ich von Johannes nicht bekomme und er von seiner Hilda nicht bekommt. Wir leben intime Nähe, ohne aber das Liebesspiel zu vollenden. Tja, wir haben tatsächlich nicht miteinander geschlafen! Seine Beziehung läuft gerade nicht sonderlich gut und ich versuche ihm zu helfen.
Lara: Hi Dennis. Ich spüre die Zerrissenheit, die gerade in dir ist, was deine Freundin und dich betrifft. Ich kenne das sehr gut. Vielleicht hörst du auf, danach zu suchen, was du tun kannst, damit …? Du bist gut, wie du bist und wenn sie dich liebt, liebt sie dich, so wie du bist! Du tust schon so viel für sie, vergisst DICH meiner Wahrnehmung nach dabei. Sei weiter für sie da, aber sorge an erster Stelle mal für dich. Dann gibst du auch leichter, ohne die Erwartung etwas dafür zu erhalten - DAS ist für mich bedingungslos. Ich übe mich auch weiter darin, weil es sich so gut anfühlt. So und nun antworte ich dir auf deine letzte E-Mail.
Dennis: Immer wieder soll man vergeben? Immer wieder eins drauf kriegen? Und noch eins … und noch eins …?
Lara: Wie soll ich dir in Worten erklären, was ich fühle, aber noch nicht wirklich begreife? Waren wir nicht alle mal Täter, als auch Opfer? In diesem oder in einem anderen Leben? Weiß ich, was ich meinem Gegenüber vielleicht irgendwann mal angetan habe und was ich wieder gut machen möchte? So auch umgekehrt? Außerdem werde ich nicht verletzt, sondern ich lasse mich verletzen. Ich selbst mag nicht mehr aus dem verletzt sein heraus handeln. Dahinter steht immer etwas Altes und würde ich spontan reagieren, bekäme mein Gegenüber mehr ab, als ihm zusteht. Dann gäbe es Krieg und Kampf, statt liebevolle Klärung. Bin ich in der Liebe, in jener Liebe, die in uns allen ist … kann ich auch in dieser Ruhe und Gelassenheit sein oder sie eben wiederfinden. Natürlich schaffe ich das nicht immer und das ist auch in Ordnung. Aber wenn ich es schaffe, in meinem Herzen zu sein, verstehe ich was in dem anderen geschieht und es trifft mich nicht mehr persönlich. Wie kann ich meinem Gegenüber dann böse sein? Ihm, der doch letztendlich unter sich selbst leidet. Ich freue mich sehr auf den Tag, da ich das ganz so leben kann.
Dennis: Eigenen Zorn und eigenen Schmerz gehen lassen? Da muss ich drüber nachdenken. Dann ist man in der Lage, den Zorn und den Schmerz des anderen zu fühlen und zu akzeptieren, ohne damit in Resonanz zu gehen?
Lara: Also ich versuch´s so zu machen. Meint, ich fühle in meinen Schmerz und Zorn hinein, stattgleich loszupoltern. Setze mich damit auseinander. Es sind ja meine Emotionen und meist steckt etwas Altes dahinter und ich wurde nur daran erinnert, dass es noch nicht