: Frank Herbert
: Der Wüstenplanet Band 1-3: Der Wüstenplanet / Der Herr des Wüstenplaneten / Die Kinder des Wüstenplaneten (3in1-Bundle) Drei Romane in einem Band
: Heyne
: 9783641290184
: 1
: CHF 22.60
:
: Science Fiction
: German
Frank Herberts Meilenstein der Zukunftsliteratur - ein monumentales Epos, das jede Generation von Leserinnen und Lesern neu für sich entdeckt
Das atemberaubende Panorama unserer Zivilisation in ferner Zukunft - und eine Welt, die man nie vergisst: Arrakis, der Wüstenplanet. Einzigartig, herrlich - und grausam. Und doch haben es die Menschen geschafft, sich dieser lebensfeindlichen Umwelt anzupassen ...

Band 1: Der Wüstenplanet

Tausende von Jahren in der Zukunft: Herzog Leto, Oberhaupt des Hauses Atreides, erhält Arrakis zum Lehen, den Wüstenplaneten, eine lebensfeindliche und doch begehrte Welt, denn unter dem Sand liegt das Gewürz. Diese Droge, die man auf Arrakis im großen Stil abbaut, verleiht Menschen die Gabe, in die Zukunft zu sehen, und bildet damit die Grundlage der interstellaren Raumfahrt. Als Letos Armee in einen tödlichen Hinterhalt gerät und der Herzog fällt, flieht sein Sohn Paul in die Wüste und taucht bei Arrakis' Ureinwohnern, den Fremen, unter. Diese erkennen in ihm den lange vorhergesagten Messias, und Paul rüstet sich zu einem gnadenlosen Rachefeldzug ...

Band 2: Der Herr des Wüstenplaneten

Die ferne Zukunft: Der Kampf um Arrakis, den Wüstenplaneten, ist beendet, und Paul Atreides, genannt Muad'dib, ist von den Fremen zu ihrem Propheten ernannt worden. Sie folgen ihm bedingungslos in einen Djihad, der wie ein Sturmwind durch die Galaxis fegt. Pauls neues Imperium und seine Machtfülle ruft Neider auf den Plan, die seine Herrschaft brechen wollen. Und so mischen sich unter die Pilger, die nach Arrakis kommen, um den Erlöser zu sehen, Attentäter, menschliche Zeitbomben ...

Band 3: Die Kinder des Wüstenplaneten

Paul Atreides, der Retter des Wüstenplaneten, ist verschwunden. In seiner Abwesenheit regiert seine Schwester Alia mit immer grausamerer Hand, bis sich schließlich die anderen Kinder von Paul Atreides gegen sie erheben. Doch der Machtkampf hat ungeahnte Folgen für den Planeten und das ganze Sternenimperium ...

Frank Herbert (1920-1986) wurde in Tacoma, Washington, geboren. Nach einem Journalismus-Studium arbeitete er unter anderem als Kameramann, Radiomoderator, Dozent und Austerntaucher, bevor 1955 sein Debütroman 'The Dragon in the Sea' zur Fortsetzung in einem Science-Fiction-Magazin veröffentlicht wurde. Der Durchbruch als Schriftsteller gelang ihm schließlich Mitte der 1960er-Jahre mit seinem Roman 'Der Wüstenplanet', der sowohl mit dem Hugo Award als auch mit dem Nebula Award ausgezeichnet wurde. Bis heute gilt 'Der Wüstenplanet' zusammen mit den Nachfolgeromanen als einzigartige literarische Weltenschöpfung, die jede Generation von Leserinnen und Lesern neu für sich entdeckt.

Gerade zu Beginnmuss man größte Achtsamkeitdaraufverwenden, alles ins richtige Verhältnis zu setzen. Das weiß jede Schwester der Bene Gesserit. Wenn du also damit beginnst, das Leben vonMuad’Dibzu studieren, achte darauf, ihn zunächst in seiner Zeit zu verorten: geboren im 57. Jahr des Padischah-Imperators Shaddam IV. Und achtebesondersdarauf, Muad’Dib räumlich zu verorten: auf dem Planeten Arrakis. Lass dich nicht davon täuschen, dass er auf Caladan geboren wurde und dort die ersten fünfzehn Jahre seines Lebens verbrachte. Arrakis, den man auch den Wüstenplaneten nennt, wird immer der mit ihm verbundene Ort sein.

– Aus: »Handbuch des Muad’Dib« von Prinzessin Irulan

In der Woche vor ihrem Abflug nach Arrakis, als die Hektik der letzten Reisevorbereitungen ein fast unerträgliches Maß erreicht hatte, kam eine Greisin die Mutter des Jungen Paul besuchen.

Es war ein warmer Abend auf Schloss Caladan, und dem uralten Steinhaufen, der der Familie Atreides seit sechsundzwanzig Generationen ein Zuhause bot, haftete der leichte Geruch von abgekühltem Schweiß an, der einen Wetterumschwung ankündigte.

Die alte Frau wurde durch eine Seitentür am Ende des Gewölbegangs eingelassen, von dem Pauls Zimmer abging, und für einen Moment durfte sie zu ihm hineinspähen, während er dort in seinem Bett lag.

Im Zwielicht einer Schweblampe, die gedimmt in Bodennähe hing, sah der erwachte Junge an der Tür eine ausladende Frauengestalt, die schräg vor seiner Mutter stand. Die alte Frau war ein hexengleicher Schatten – mit Haaren wie verfilzten Spinnweben um das verdunkelte Gesicht, aus dem die Augen wie Edelsteine hervorblitzten.

»Ist er nicht etwas klein für sein Alter, Jessica?«, fragte die Alte. Ihre Stimme schnarrte wie ein schlecht gestimmtes Balisett.

Pauls Mutter antwortete mit ihrer sanften Altstimme: »Es ist bekannt, dass die Atreides spät zu ihrer vollen Größe heranwachsen, Ehrwürden.«

»Das hörte ich schon, das hörte ich schon«, schnarrte die Alte. »Aber er ist bereits fünfzehn.«

»Ja, Ehrwürden.«

»Er ist wach und hört uns zu«, sagte die Alte. »Verschlagener kleiner Schlingel.« Sie keckerte. »Aber wer von edlem Geblüt ist, muss verschlagen sein. Und wenn er wirklich der Kwisatz Haderach ist … nun …«

In den Schatten seines Bettes hielt Paul die Lider einen Spaltbreit geöffnet. Die Vogelaugen der Alten schienen sich zu zwei leuchtend hellen Ovalen auszudehnen, während sie ihm ins Gesicht starrten.

»Schlaf gut, verschlagener kleiner Schlingel«, sagte die Alte. »Morgen, wenn du dich meinem Gom Jabbar stellen musst, wirst du all deine Fähigkeiten brauchen.«

Und damit verschwand sie, schob seine Mutter zur Tür hinaus und schloss sie mit einem festen, dumpfen Laut hinter sich.

Paul lag wach da und fragte sich:Was ist ein Gom Jabbar?

Bei aller Unruhe in dieser Zeit der Veränderung war ihm noch nichts so Seltsames wie diese Alte begegnet.

Ehrwürden.

Und die Art, wie sie seine Mutter Jessica wie eine gewöhnliche Dienstbotin angesprochen hatte – und nicht als das, was sie war, eine Dame der Bene Gesserit, Konkubine eines Herzogs und Mutter des herzoglichen Erben.

Ist der Gom Jabbar etwas von Arrakis, wovon ich erfahren muss, bevor wir dorthin aufbrechen?, überlegte er. Mit den Lippen formte er ihre seltsamen Worte nach.Gom Jabbar …Kwisatz Haderach.

Es gab so viel zu lernen. Das Leben auf Arrakis würde sich so sehr von dem auf Caladan unterscheiden, dass Paul schon jetzt der Kopf schwirrte von all dem Wissen, das er aufgenommen hatte.Arrakis –der Wüstenplanet.

Thufir Hawat, der Assassinenmeister seines Vaters, hatte es ihm erklärt: Ihre Todfeinde, die Harkonnen, waren achtzig Jahre lang auf Arrakis gewesen und hatten den Planeten im Rahmen eines Vertrags mit der MAFEA-Gesellschaft mehr oder weniger als Lehen gehalten, um dort das geriatrische Gewürz Melange abzubauen. Nun räumten die Harkonnen ihren Posten und wurden vom Haus der Atreides abgelöst, die als echte Lehnsherren auftraten – anscheinend ein Sieg für Herzog Leto. Doch Hawat hatte gesagt, dass gerade dieser Anschein die tödlichste Gefahr barg, denn Herzog Leto war beliebt bei den Großen Häusern des Landsraads.

»Der Beliebte weckt die Eifersucht der Mächtigen«, hatte Hawat gesagt.

Arrakis. Der Wüstenplanet.

Paul schlief ein und träumte, er sei in einer Höhle auf Arrakis, umgeben von schweigenden Menschen, die sich im schwachen Schein von Leuchtgloben bewegten. Alles wirkte ernst und feierlich wie in einer Kathedrale, und er lauschte einem leisen Geräusch – dem Tröpfeln von Wasser. Noch während er träumte, wusste Paul, dass er sich nach dem Erwachen an den Traum erinnern würde. An die Träume, die ihm die Zukunft zeigten, erinnerte er sich immer.

Der Traum verblasste.

Paul erwachte und fand sich in seinem warmen Bett wieder, denkend … denkend. Diese Welt von Schloss C