Schon ist er da, der Samstag. So wenig wie in dieser Woche habe ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr in mein Tagebuch geschrieben. Es ist so still ohne Kontakt zu meinen zwei Männern. Zu still? Hm. Sinniere mal wieder. Johannes und seine vielen Frauen. Letzthin sagte eine Bekannte zu mir: „Lara, vielleicht lebt dir Johannes mit den vielen Frauen nur vor, was du selbst eigentlich noch leben möchtest?“ So ein Unsinn – nein - das passt nicht zu mir. So will ich auch nicht sein und damit hake ich das Thema ab. Oder doch nicht? Habe ich wirklich schon genug erlebt mit „Mann“? Ne Schluss mit dem Unfug. Vertrödle den Tag. Am Abend schaue ich nach Emails und traue meinen Augen nicht. Manuela. Eine Bekannte, mit der ich als Jugendliche durch die Gegend zog. Schreibe ihr kurz, dass ich mich sehr freue, dass sie sich wieder gemeldet hat. Lächelnd und zufrieden, mache ich es mir auf meinem Sofa gemütlich. Manuela. Ich war so ein Jahr mit ihr auf Achse, lernte dann meinen Mann kennen und unsere Freundschaft verlief im Sande. Mit ihr unterwegs zu sein, war immer abenteuerlustig. Ja, da erlebte ich Sachen, die ein „liebes Mädchen“ sonst nie erleben würde. Lach. Wobei ich nur Mitläuferin war, sie bewunderte und die Zeit mehr oder weniger als Zuschauerin genoss. Hach sie war/ist eine sehr attraktive Frau in meinen Augen, wurde umschwärmt von Männern und ich kam mir neben ihr sehr klein vor. Oft habe ich mir gewünscht, ein wenig von ihrem Mut zu haben, und gleichzeitig erschreckte mich ihre Weise zu leben. Auf der einen Seite hätte ich manch eine ihrer Erfahrungen gerne gemacht und auf der anderen Seite, hatte ich davor ganz schön viel Schiss. Das lag wohl daran, dass ich nicht das Gefühl hatte, dass sie bei all dem wirklich glücklich ist. Sie suchte, wie ich suchte, nur eben auf ihre Weise. Dennoch, sie wurde begehrt und hm, da lande ich doch glatt noch mal bei meinen Gedanken vorhin bezüglich meiner Erfahrungen mit Männern. Ist da vielleicht doch irgendetwas von mir noch nicht gelebt worden? Stopp Lara. Sicher möchtest du nicht wie Manuela und Johannes deine Sexualität leben. Ende Gelände für heute.
Der nächste Morgen. Träumte von Manuela.Gut sah sie aus in diesem Traum. Sie wirkte sehr offen, charismatisch und freute sich mich zu sehen. Sie und ich waren unter vielen Menschen. Dort sah ich auch Johannes und ich sah sein Double an seiner Seite. Doch der wirkte ganz anders. Er saß auf einem Sofa und ich war fasziniert von seiner Ausstrahlung. Er kam mir vor wie ein Magier. Ich betrachtete ihn und fühlte mich zu ihm hingezogen. Es war so, als ob er mir Dinge von mir selbst widerspiegelte, die mich erst erschreckten und mir dann gefielen. Am Ende des Traumes hörte ich den Satz: „Wer sich wert fühlt, dem wird alles gegeben.“ Das war so ein geiler Satz und ich fühlte ihn. Hm. Kann es sein, dass ich wirklich noch Erfahrung haben möchte, mit anderen Männern? Nur eben nicht so wie Manuela es einst gelebt hat, sondern auf HERZige Weise?
Sonntag. Heute habe ich lange geschlafen, beschließe aufzustehen und ha