JANUAR:
NEUES JAHR, NEUE DÖBEL
»Er zeigte auf unsere Posen und Schnüre. Dies, sagte er,
ist eure Verbindung mit den unsichtbaren Kräften der Natur.
Auch wenn wir keine Fische fangen werden, verbinden
sie uns mit einer höheren Wahrheit.«
Howard Marshall, engl. Autor
Es ist Neujahr – und was für eines! Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, und kein Wölkchen traut sich, dieses perfekte Wintergemälde anzutasten. Ich stapfe durchs gefrorene Gras, und jeder Schritt knirscht unter meinen Stiefeln. Zu meiner Freude sehe ich, dass heute noch kein anderer Angler am Wasser war. Der am Ufer entlang führende Trampelpfad zeigt keine frischen Spuren.
Mein heutiges Ziel ist eine lang gezogene Flusskurve mit einigen ins Wasser ragenden Weiden. Der Fluss ist noch leicht getrübt, da der Dezember eher mild und regnerisch war. Das trockene Winterwetter der letzten Tage hat seinen Pegel jedoch fast wieder auf Normal gedrückt, sanft strömt er durch die mit einer zarten Schneeschicht gepuderten Wiesen.
Tief atme ich die frische Winterluft ein und genieße sie umso mehr, da es gestern Nacht beim Anstoßen aufs neue Jahr doch etwas später geworden ist. Aber wer feiern kann, kann auch früh aufstehen. Für Angler das kleinste Problem. Während ich den Fluss entlang gehe, wird mein Kopf klarer und klarer und die Vorfreude auf den ersten Wurf des Jahres wächst und wächst.
Es ist windstill. Das spiegelglatte Wasser sieht so aus, als würde es von einer kristallklaren und ultradünnen Eisschicht überzogen werden. T