Der Kerkermeister trat vor die Gittertür. Das Bund mit den Eisenschlüsseln lag ihm heute schwer in der Hand. Er wusste, dass er Hochverrat beging, doch er war darüber hinaus, sein Gewissen zu bemühen. Mit ruhiger Hand drehte er den Schlüssel im Schloss, öffnete die Tür, trat in den fahlen Streifen Mondlicht, der durch den Luftspalt ins Innere der Zelle fiel. Staub wirbelte auf, er schmeckte nach Stroh und Tier.
Der Kerkermeister atmete flach. Er setzte das mitgebrachte Bündel zu seinen Füßen ab und zog mit der Rechten seinen Dolch aus dem Gürtel, lauschte … nichts regte sich.
Der Wolf war zweifellos geschwächt. Er hatte ihn aus gutem Grund ein paar Tage hungern lassen, dennoch war er weit davon entfernt, die Gefahr zu unterschätzen. Vor einem Mo