Vorwort von Gunther Schmidt
Dieses Buch habe ich mit großer Freude und Zuversicht gelesen. Ich bin sicher, dass es allen Leser*innen zu einer Fundgrube dafür wird, in wertschätzender und ermutigender Weise die eigene innere Erlebnisdynamik gut und klar zu verstehen. Dies kann fundiert dazu beitragen, dass man seinen eigenen einzigartigen kongruenten Stil im Umgang miteinander findet, insbesondere auch im Umgang mit den eigenen Kindern und allen anderen Familienmitgliedern.
Für Eltern
Das Buch bietet sehr viele hilfreiche Anregungen dafür, wie sich Eltern in konstruktiver Weise selbst steuern können, wie sie sich auch in sehr turbulenten Situationen wirksam beruhigen und gleichzeitig handlungsfähig sein können. Es zeigt außerdem, wie Eltern im eben Genannten für ihre Kinder zu guten Vorbildern und damit auch im Sinne einer konstruktiven Zukunft unserer Gesellschaft zu sehr anregenden Modellen werden können.
In unserer postmodernen Gesellschaft heißt Elternsein für die meisten leider, in bleibender, praktisch nie ganz auflösbarer Ambivalenz oder sogar Multivalenz zu leben, ständig begleitet oder auch gehetzt von eigenen und äußeren Ansprüchen. Auch zu früheren Zeiten, wenn Eltern daran interessiert waren, ihre Kinder mit viel Liebe in bestmöglicher Weise zu fördern und dabei zu unterstützen, zu differenzierten Persönlichkeiten mit gesundem Selbstwert und viel Sozialkompetenz zu werden, war ihre Aufgabe sicher schon immer sehr herausfordernd und komplex. Doch in der heutigen Zeit, in einer Gesellschaft mit rasender Beschleunigungsdynamik und Wissenszuwachs, werden Eltern extrem perfektionistische Erwartungen aufgeladen. Wenn sie sich nur ein wenig informieren wollen, werden sie schon überflutet mit Ratgeberpublikationen unterschiedlichster Art und mit unüberschaubar vielen Stellungnahmen von Pädagogikexpert*innen, die beanspruchen, zu wissen, wie „es wirklich richtig ist“, mit Kindern umzugehen. Allerdings sind diese Meinungen in vielerlei Hinsicht auch widersprüchlich, was für alle Beteiligten in den Familien zu einer überflutenden Konfusion kommen kann. Am Ende fühlen sich Eltern – egal, was sie tun oder nicht tun – immer wieder so, als hätten sie es wieder falsch gemacht.
Diese „Suggestionen“ verarbeiten viele Menschen mit quälendem Stresserleben, mit dem ständigen Gefühl, nicht zu genügen. Dies allerdings, dass wissen wir insbesondere aus vielen hypnosystemischen Therapien und Beratungen, aktiviert auf unwillkürlicher und meist unbewusster Ebene genau die destruktiven, schwächenden und sehr hinderlichen Erlebnisnetzwerke, die in der eigenen Biografie in leidvoller Weise erfahren und verinnerlicht wurden. Nicht selten erhöht sich geradezu die Wahrscheinlichkeit, dass sich Eltern diesen dysfunktionalen Erlebnisnetzwerken entsprechend verhalten: Die angestrebten Ratgeberziele werden konterkariert und eine konstruktive Selbststeuerungsfähigkeit wird erschwert.
Hier hebt sich dieses Buch ausgesprochen wohltuend ab und erweist sich als praktisch und sehr hilfreich. Ich kenne die Autorin schon seit langer Zeit, da ich die Ehre hatte, ihr die hypnosystemischen Konzepte in einigen meiner Weiterbildungen vermitteln zu dürfen. Ich habe sie dabei als eine sehr engagierte Kollegin kennengelernt, die mit unstillbarer Neugier und sehr wachem differenziertem Blick über den Horizont der vertrauten Konzepte hinausschaut. Sie investiert sehr viel Herzblut, gerade auch dafür, anderen Menschen eine immer bessere Unterstützung im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe anbieten zu können. Aus meiner Sicht ist ihr das mit diesem Buch hervorragend gelungen.
Will man als Eltern „Erziehung“ gut gestalten, braucht man dafür sehr vi