: Gottfried August Bürger
: Münchhausen: Wunderbare Reisen und Abenteuer, zu Wasser und zu Lande
: Books on Demand
: 9783753493671
: 1
: CHF 2.60
:
: Märchen, Sagen, Legenden
: German
: 102
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Gottfried August Bürger: Münchhausen | »Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande, Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen, wie er dieselben bei der Flasche im Zirkel seiner Freunde selbst zu erzählen pflegt.« | Mit Illustrationen von Martin Disteli und Oskar Herrfurth | Neu editierte Ausgabe 2021 | Münchhausen gehört zu den bekanntesten literarischen Figuren aller Zeiten und geht zurück auf einen anonymen Text, der 1781 erschien. Es ist nicht auszuschließen, dass dieses Manuskript vom echten Baron Münchhausen, den es tatsächlich gab, stammt. Gottfried August Bürger adaptierte den Stoff für das vorliegende Buch, das zu einem Bestseller wurde. Bemerkenswert ist die geschliffene fein-ironische Sprache Münchhausens (oder Bürgers), die sich oft selbst genauso auf die Schippe nimmt, wie den Leser. - Ein bis heute unvergleichliches Stück Literatur, das riesig Spaß macht, zu lesen.

ERSTES KAPITEL


Reise nachRussland
und St. Petersburg

Wie der Freiherr von Münchhausen sein Pferd verlor und wieder dazu kam; ferner wie er mit einem Wolfe in Petersburg angefahren kommt.

ICH TRAT MEINE REISE nach Russland von Haus ab mitten im Winter an, weil ich ganz richtig schloss, dass Frost und Schnee die Wege durch die nördlichen Gegenden von Deutschland, Polen, Kur- und Livland, welche nach der Beschreibung aller Reisenden fast noch elender sind als die Wege nach dem Tempel der Tugend, endlich, ohne besondere Kosten hochpreislicher, wohlfürsorgender Landesregierungen, ausbessern müsste. Ich reiste zu Pferde, welches, wenn es sonst nur gut um Gaul und Reiter steht, die bequemste Art zu reisen ist. Denn man riskiert alsdann weder mit irgendeinem höflichen deutschen Postmeister eine Affaire d’honneur zu bekommen, noch von seinem durstigen Postillion vor jede Schenke geschleppt zu werden. Ich war nur leicht bekleidet, welches ich ziemlich übel empfand, je weiter ich gegen Nordost hin kam

Nun kann man sich einbilden, wie bei so strengem Wetter, unter dem raschesten Himmelsstriche, einem armen, alten Manne zumute sein musste, der in Polen auf einem öden Anger, über den der Nordost hin schnitt, hilflos und schaudernd dalag und kaum hatte, womit er seine Schamblöße bedecken konnte.

Der arme Teufel dauerte mir von ganzer Seele. Ob mir gleich selbst das Herz im Leibe fror, so warf ich dennoch meinen Reisemantel über ihn her. Plötzlich erscholl eine Stimme