Route CLP 1
San Pedro de Atacama und Umgebung, La Serena, Valle de Elqui, Coquimbo
Von Chiles Hauptstadt kommt man ohne Probleme in die Atacamawüste. Wir wollen noch die Anden überqueren und reisen von Asunción (Paraguay) an. Mit dem Flugzeug sind es 1,5 Stunden oder 14 Stunden mit dem Bus bzw. eigenem Auto nach Salta (Argentinien) und von dort aus mit Bus oder eigenem Auto unproblematisch weiter.
Mietwagen machen keinen Sinn, da sie die Grenzen nicht überqueren dürfen. Und die Fahrt nach Chile verlangt gesundheitsbewußten Menschen zur Vermeidung der Höhenkrankheit etwa Zeit ab; man sollte dem Körper Gelegenheit geben, sich mehrere Tage an 2.500 Meter Höhe zu akklimatisieren.
Von Salta fahren wir mit der Busgesellschaft Pullman (alternativ Géminis) nach Chile, genauer nach San Pedro de Atacama.
Vorbei an Berghängen mit riesigen blühenden Kandelaberkakteen und Salzseen geht es die kurvenreiche Straße hinauf zum Paso Jama. Hier auf 4.800 Meter Höhe bläst bei strahlend blauem Himmel ein heftiger Wind. Wir müssen den Bus verlassen, denn wir haben die argentinisch - chilenische Grenze erreicht. Wie üblich, darf man keine frischen Lebensmittel wie Wurst, Käse, Eier, Fleisch, Obst, Gemüse sowie Samen und Pflanzen einführen. Die Chilenen sollen besonders streng kontrollieren, heißt es. Unser Bus samt Passagieren wird unproblematisch abgefertigt.
Langsam geht es wieder abwärts. An den Salaren wird Salz abgebaut.
Schließlich erreichen wir nach etwa neun Stunden ein fast schläfrig wirkendes San Pedro de Atacama. Am Busbahnhof warten keine Taxis, korrekterweise gesagt, keine als Taxi gekennzeichneten Wagen. Später erfahren wir, dass der Transport vorwiegend privat organisiert ist.
Den Hausvulkan von San Pedro, Licancabur (5.900 Meter hoch) im Rücken machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Asphaltierte Straßen sind rar, gestampfte Erdwege in der Überzahl, was den Kofferrollen nicht so gut bekommt. Unser gebuchtes Hotel hält auch nicht, was auf der Buchungsplattform versprochen wurde. Wir checken nicht ein. In der Touristeninformation drückt uns eine wenig hilfsbereite Angestellte einen Beherbergungszettel mit Telefonnummern und Unterkünften mit gesalzenen Preisen (bis zu 600 USD pro Nacht) in die Hand. Draußen wird es langsam dunkel und chilenische Pesos befinden sich auch noch nicht in unseren Taschen. Der Geldautomat an der Information spuckt nichts mehr aus. Ab jetzt kann es nur noch besser werden.
In einem Reisebüro tauscht uns eine sympathische Chilenin Geld.
Nachdem wir ihr unser Leid geklagt haben, kennt sie jemanden, der jemanden kennt, der ein Hotel zu moderaten Preisen betreibt. Zimmer sind frei. Als Geschädigte wollen wir uns erst das Hotel ansehen. Es liegt perfekt, hat einen schönen Garten und die Zimmer sind wohnlich. Jetzt sind wir angekommen.
San Pedro de Atacama liegt in der Atacamawüste, der trockensten Wüste der Welt, auf 2.438 Meter Höhe. Die Stadt ist nach ihrem Schutzheiligen San Pedro benannt. Die Lebensbedingungen waren für die Atacameños hart und unwirtlich. 1450 wurde der Ort von den Inkas erobert. 1540 kamen die siegreichen Spanier. Heute hat San Pedro ca. fünf Tsd. Einwohner.
Viele Menschen arbeiten im und leben vom Tourismusgewerbe.
Nichtsdestotrotz ist es ein relaxter Ort mit einer schönen Plaza, einer alten Kirche, einigen gut erhaltenen Kolonialhäusern und die ideale Basis für eine Vielzahl spannender Touren in eine atemberaubende Vulkanlandschaft.
Wi