Teil 1
Die elementaren Geistigen Gesetze
»Es gibt nur zwei Dinge, die unendlich sind:Das Universum und dieDummheit des Menschen ... und beim Universum ist man sich nochnicht sicher ...« (Albert Einstein)
Selbstverständlich können Sie denken, was immer Sie wollen. MeinVorschlag für ein Leben, das Sie selbst weitgehend in der Handhaben und gestalten können, ist die Verinnerlichung und dasBefolgen der folgenden Geistigen Gesetze oder ›Prinzipien‹, die ichzunächst einmal nur erkläre, damit Sie sie dann beim Weiterlesenimmer wiederfinden werden. So kann dieses Buch einem aufmerksamenLeser auch ein Arbeitsbuch auf seinem ganz persönlichenWeg zur Erleuchtung sein.
Die italienische Renaissance war ein fruchtbarer Nährboden fürdie Synthese platonischer Ideen und spätantiker okkulter Philosophien.
So ist zum Beispiel die umfangreiche Zahlenmystik in derAlchemie auf das Einfließen der Kabbala in den Neuplatonismuszurückzuführen. Den ›elementaren‹ Grundstein zur spirituellenSuche nach dem Stein der Weisen aber legte die Tabula Smaragdina.
Sie spielte seit Jahrhunderten bereits eine zentrale Rolle und wurdeHermes Trismegistos, dem dreimal großen Hermes, einem mystischenWeisen aus Ägypten, zugeschrieben, welcher schon Platonmaßgeblich beeinflusst haben soll. Hermes soll vor oder zu MosesZeit gelebt haben, daher galten im alchemistischen Umfeld diehermetischen Texte als gleichwertig mit der Genesis - also auch mitder biblischen Schöpfungsgeschichte und den Zehn Geboten.
Große Gelehrte wie Paracelsus und der Neuplatoniker MarsilioFicino, dem wir die Übersetzung des ›Corpus Hermeticum‹ insLateinische und damit die Verbreitung der hermetischen Lehren imAbendland verdanken, wussten um die Bedeutung dieser universellenLehre für den Menschen.Angeblich wurde dieses Wissen im Grab des Hermes gefunden.
Schon in der Antike sahen viele Gelehrte den Hermes Trismegistosals jemanden an, der die Menschen belehrt und geheimnisvolleBücher verfasst habe. Ferner entstand durch die Vermischunggriechischer und ägyptischer Anschauungen eine große Anzahl vonSchriften, welche ihm zugeschrieben wurden und teilweise nocherhalten sind, darunter eben die Tabula Smaragdina, die die siebenHermetischen Axiome enthält und die das Zusammenwirken desgesamten Universums erklärt. Diese wurden auch als das ›Kybalion‹bekannt. Hermes Trismegistos galt ebenso als Erfinder derAlchemie und der Magie, wie die Bezeichnung ›HermetischeKunst‹ für Alchemie belegt.
Als Bewahrer der altägyptischen Legenden um HermesTrismegistos wirkten griechische Gelehrte bis zur EroberungKonstantinopels 1453 durch die Türken. Auch im Judentum wurdenTeile davon weitergegeben - zwar nicht im Talmud, wohl aber in derKabbala und insbesondere im Sohar. Auch im Islam fanden diesegriechisch-ägyptischen Anschauungen Eingang und blieben dort inmehrfachen Fassungen und vermischt mit anderen Traditionenlange erhalten.
Vom alten Ägypten aus ging das Wissen in den arabischen Raumund wurde über Córdoba aber auch über Harran, der StadtAbrahams, in das Europa des ersten Jahrtausends gebracht. Durchden Absolutheitsanspruch der katholischen Kirche jedoch wurdedie Lehre der Hermetik – und die damit verbundene Lehre der Magie– als teuflisch bezeichnet: Die katholische Kirche konnte und wolltees nicht zulassen, dass es Weisheiten und Wahrheiten außerhalbihrer eigenen Organisation gab. Der erste Einschnitt in dieserRichtung erfolgte 325 auf dem Konzil von Nicäa, wo die Reinkarnationslehreaus dem Kontext der Bibel gestrichen wurde. Einzweiter Einschnitt erfolgte 1227, als die Astrologie als ›teuflisch‹gebannt wurde. Aufgrund dieses Verhaltens seitens der katholischenKirche wagten viele Weise und Gelehrte nicht mehr, ihrWissen um die hermetische Lehre offen darzulegen, sondern ›versiegelten‹ es buchstäblich – woraus sich die Bezeichnung ›etwas isthermetisch verschlossen‹ entwickelte.
Und dies sind die sieben Hermetischen Axiome:
1. Ein Schöpfergeist ist die Quelle des Lebens.Dieses Prinzip enthält die Wahrheit: ›Alles ist Geist.‹ Es besagt,dass das All die substanzielle Realität ist, welche allen äußerlichenManifestationen und Erscheinungen zugrunde liegt, die wir unterden Bezeichnungen ›materielles Universum‹, ›Erscheinungsformendes Lebens‹, ›Materie‹, ›Energie‹ kennen, kurz allem, was fürunsere materiellen Sinne in Erscheinung tritt, dass alles materialisierterGeist ist, der selbst unerkennbar und unerklärbar ist, der aberals universal und schöpferisch angesehen und gedacht werden kann.
Das erklärt auch, dass die ganze Erscheinungswelt oder dasUniversum eine geistige Schöpfung des Alls ist, unterworfen denGesetzen aller geschaffenen Dinge, und dass das Universum alsGanzes und auch in seinen Teilen seine Existenz dem Geist verdankt.Ebenso wie auch unser Leben.
Dieses Prinzip erklärt, indem es die geistige Natur des Universumsfestlegt, alle verschiedenen geistigen und seelischen Phänomene,die die öffentliche Aufmerksamkeit in so großem Maßebeschäftigen und die ohne solche Erklärung unverständlich sind undsich einer wissenschaftlichen Behandlung entziehen. DasVerständnis dieses großen Hermetischen Prinzips der Geistigkeitbefähigt den Menschen, die Gesetze des geistigen Universums