: Klaus Jensen
: Italicus Von Macht und Wahn
: Tredition
: 9783347321205
: 1
: CHF 7.90
:
: Erzählende Literatur
: German
: 476
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Italicus, ein junger Offizier mit germanischen Wurzeln, hat sich die Anerkennung der ro?mischen Gesellschaft mu?hevoll erarbeitet. Doch seine Herkunft und die Geschichte werfen lange Schatten. War sein Onkel Aminius, ein Feind der Römer, doch für die blutige Schlacht im Teutoburger Wald verantwortlich, bei der die römischen Legionen von den germanischen Stämmen vernichtend geschlagen wurden. Als Italicus den Auftrag des römischen Herrschers Kaiser Claudius bekommt, die freien germanischen Sta?mme unter den Einfluss des Imperiums zu zwingen, sieht er seine Chance und macht sich auf den Weg an den Rhein. Als neuernannter König der Cherusker soll Italicus dort das stolze germanische Volk in die Unterwerfung treiben. Doch der anfängliche Erfolg lässt Italicus übermütig werden. Er will mehr - und stürzt damit ein ganzes Reich ins Unglück...  Eine Geschichte von Macht und Wahn.

Seitdem ich lesen und schreiben kann, bin ich von Sprache und ihren Ausdrucksmöglichkeiten fasziniert. Meine berufliche Entwicklung hat mich vorerst in das Management sozialer Organisationen in Hamburg und Berlin geführt. Als Mentalcoach konnte ich vielen Menschen dabei helfen, ihre Welt besser zu verstehen und ihre Verstrickungen und Missverständnisse aufzulösen. In meinen Romanen erwachen liebenswerte und hassenswerte Charaktere zum Leben, die mit sich und den Zeiten ringen, in die sie hineingeworfen werden.

1

Er brach das rote Siegel entzwei. Er entrollte das Pergament. Er las. Seitdem war er nicht mehr zur Ruhe gekommen. Der Kaiser ordnete seine unverzügliche Rückkehr nach Rom an. Der Tribun gehorchte. Er war in hohem Maße besorgt.

~~~~~~

Die Liburne näherte sich der Küste, sie steuerte direkt den neugebauten Hafen von Ostia an. Neptun, der Gott des Meeres, schien ihnen wohlgesinnt: Seit das Schiff in Alexandria abgelegt hatte, war die Überfahrt weder durch Stürme noch Piraten behindert worden. Italicus zog den Kopf ein, um sich nicht am Querbalken der Tür zu stoßen, als er aus dem Schatten der Kajüte auf das von der Frühlingssonne erleuchtete Deck trat. Er blinzelte und schloss für einen kurzen Moment die Augen. Dann atmete er die so lange entbehrte Luft der Heimat tief ein und lächelte.

Bedächtig ging er einige Schritte über die gescheuerten Planken bis in die Mitte des Decks. Er verschränkte die Arme und verspürte erneut eine innere Unruhe. Der gespannte Stoff der blau