Kapitel 1 - Erinnerung
Laut piepend riss mich mein Wecker aus dem Schlaf. Völlig übermüdet drückte ich auf die Snooze-Taste und drehte mich noch einmal um. Ich hasste es, zeitig aufzustehen. Im Abstand von fünf Minuten klingelte mein Wecker - doch immer wieder drehte ich mich ein weiteres Mal zur Seite. Erst als mir nur noch eine halbe Stunde Zeit blieb, um mich fertig zu machen, stand ich auf. Flüchtig fiel mein Blick auf den Kalender, der über meinem Schreibtisch hing. Dieses Datum … Es war der 4. April – Der Todestag meines geliebten Ponys Jim.
Ich kämpfte plötzlich mit den Tränen, wollte aber nicht weinen. Stattdessen gab ich mir einen Ruck, stand auf und wischte mir mit dem Handrücken über das Gesicht. »Das ist Geschichte. Ich sehe nach vorn«, flüsterte ich.
Nach Jims Tod hatte ich mir geschworen, nie wieder einen Fuß in einen Pferdestall zu setzen. Mein Herz durfte ich nicht noch einmal an ein Pferd verlieren. Denn früher oder später würde es wieder so