Langeweile in Tibet
Alles begann in Tibet. Aus den Augenwinkeln konnte ich Löwen sehen, die anders waren als ich. Sie saßen unbeweglich und starr am Klosterrand. Es geschah nichts, was mich noch mehr anspornte dem Versuch nachzugehen, diese in irgendeiner Weise zu necken. Egal, wie ich mich bemühte, sie blieben wie versteinert sitzen.
Stein?
Waren sie aus Stein?
Bevor ich mir über diese Frage gewissenhaft Gedanken machen konnte, hörte ich urplötzlich viel Gemurmel von Pilgern.
Solche Kreaturen kamen täglich. Im Verhältnis zu mir übergroß, beängstigend für einen im Vergleich kleineren Hund wie mich.
Schnell lief ich zu ›meinem‹ Kloster.
Du hörst richtig. ›MEIN‹ Kloster!
Ich befand mich erst wenig Wochen auf dieser Welt. Trotz allem kannte ich meine Aufgabe in diesem Leben und Land exakt. Das dachte ich zumindest zu diesem Zeitpunkt.
Ich war nicht irgendein Shih Tzu, sondern fühlte mich wie DER kleine ›Löwenhund‹, der es einzig in den Pfötchen hatte, die Tempel vor Ort zu bewachen.
Schnell ablenkbar, das bezeichnet mich am ehesten, was mit meiner übergroßen Neugier zusammenhing. Erklären lässt es sich damit, dass ich diese Welt erst vor Kurzem für mich entdeckt hatte.
Viele Eindrücke, und ich zielte darauf ab, sie zu verstehen und zu verwenden, um