: Eelco J. Rohling
: Die Klimafrage Natürliche Kreisläufe - Menschliche Einflüsse - Zukunftsperspektiven
: Frieling-Verlag Berlin
: 9783828035980
: 1
: CHF 8.70
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: Geowissenschaften
: German
: 212
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Im Jahr 2015 erreichte der jährliche durchschnittliche Kohlenstoffdioxidgehalt in der Atmosphäre erstmals seit drei Millionen Jahren einen Wert von über 400 ppm. Dieser Umstand löste nicht nur bei Klimawissenschaftler:innen kollektive Besorgnis aus, sondern auch bei jenen, die natürliche Klimaschwankungen in prähistorischen Zeiten vor der Einflussnahme des Menschen untersuchen. Diese Menschen sind als Paläoklimatolog:innen bekannt, der Autor des Werkes Eelco J. Rohling is einer von ihnen. Die Klimafrage liefert gut verständliche Hintergrundinformationen zu dieser beunruhigenden Thematik und unterfüttert diese mit anschaulichen Beispielen. Das Werk entstand aus Rohlings drängenden Fragen, ob der moderne Klimawandel nicht nur Teil eines natürlichen Kreislaufes sei, ob die Natur diese Probleme nicht von selbst lösen könne und ob technologische Neuerungen doch nicht als rasches Allheilmittel gegen die klimatischen Missstände ausreichen würden. Das Buch thematisiert in einfacher Sprache weshalb sich das Klima verändert, wie es sich vor der industriellen Revolution auf natürliche Weise veränderte bevor der Mensch als Einflussfaktor an Bedeutung gewann und wie es sich seitdem verändert hat. Im Werk werden das Ausmaß und die Geschwindigkeit der vorindustriellen Schwankungen mit den Werten nach der Industrialisierung verglichen, woraus sich der Einfluss des Menschen ableiten lässt und Prognosen über zukünftige potentielle Entwicklung erarbeitet werden. Schlussendlich evaluiert das Buch, was Mutter Natur eigenständig tun könnte, um mit dem menschlichen Einfluss zurechtzukommen und welche Möglichkeiten wir als Menschen besitzen, ihr dabei zu helfen.

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VERGANGENE KLIMATA


Wie wir unsere Daten erhalten


De facto ist die Forschung zu vergangenen Klimata bekannt als Paläoklimatologie, und die Forschung zu Ozeanen der Vergangenheit als Paläoozeanographie. Aber sie stehen in sehr dichter Beziehung, und wir werden beide kombiniert diskutieren unter dem Ausdruck Paläoklimatologie. Innerhalb der Paläoklimatologie sind die Interessen auf drei Kernbereiche verteilt.

Der erste Bereich befasst sich mit der Datierung von Nachweisen aus sehr entfernter Vergangenheit und wird als chronologische Studien bezeichnet. Diese Studien sind grundlegend, weil alle Aufzeichnungen vergangener Klimaänderung erfordern, so genau wie möglich datiert zu werden, um sicherzustellen, dass wir wissen, wann sich die untersuchten Klimaänderungen ereigneten, wie schnell sie waren und ob in verschiedenen Komponenten des Klimasystems gesehene Änderungen sich zur selben Zeit oder zu unterschiedlichen Zeiten ereigneten.

Der zweite Bereich befasst sich mit Beobachtungsstudien, wobei die Beobachtungen unterschiedlicher Art sein können. Einige sind direkte Messungen; zum Beispiel Sonnenflecken-Zählungen oder Temperaturaufzeichnungen. Einige sind historisch, schriftliche Aufzeichnungen empirischer Belege wie Berichte über häufiges Vorkommen von gefrorenen Flüssen, Fluten oder Trockenzeiten. Solche Aufzeichnungen sind sehr lokal und oft subjektiv und taugen daher für gewöhnlich nicht als Hauptbelege. Aber sie können große Unterstützung und Bewertung zu Rekonstruktionen anhand anderer Hilfsmittel bieten.

Neben direkten und vereinzelten Daten begegnen wir dem vorherrschenden Nachweis-Typ, der in diesem Wissenschaftszweig Anwendung findet. Dies sind die sogenannten Proxy-Daten oderProxies. Proxies sind indirekte Messungen, die sich Änderungen in wichtigen Klima-System-Variablen wie Temperatur, CO2-Konzentrationen, Nährstoffkonzentrationen und so weiter annähern (daher die BezeichnungProxy). Dieses Kapitel beschreibt kurz einige der wichtigsten Proxies.

Der dritte Bereich innerhalb der Paläoklimatologie befasst sich mit Modellierung. Es benutzt numerische Modelle für Klimasystem-Simulationen und einfachere Kategorien der sogenannten Box-Modelle. Numerische Klimamod