2. Kapitel: DIE WEIHNACHTSSPRACHE
Als funktionstüchtiges Werkzeug der Kommunikation hat die Sprache einen bestimmenden Anteil an der Qualität unserer Beziehungen, die besonders zur Weihnacht harmonisch, verständnisvoll und friedfertig gestaltet werden sollen.
Die Sprache vermag unser Sein von der /Verhüllung' zu befreien: Mit dem Denken (eben in Worten; schriftlich wären es Zahlen und Buchstaben) führt sie uns hinaus in die Welt und auch wieder zurück zum Erfassen einer inneren Wirklichkeit des bewußten Lebens. Sie gestaltet den Weg zur Beziehungsethik und markiert unsere Position in der Gesellschaft; sie beschreibt die individuelle Gestalt unserer Persönlichkeit.
Aus dieser Perspektive peilt die Sprache ein ideales Konzept der Wirklichen Weihnacht an und stilisiert den geistigen Höhepunkt im Jahresablauf. Man wird also davon auszugehen haben daß die Weihnachtssprache nicht zuletzt mit Stimme und Melodie das eigentliche Rückgrat des Festes ist und zwar in einer gehaltvollen Dimension und anders wirksam - nämlich dichter und vielgestaltiger - als jedes kommerzielle Beiwerk im Rahmen zum Fest.
Entspannte Kommunikation
Unser Bewußtsein ist mit Sprache und Denken eng verbunden. Jede Erfahrung wird, wenn sie in Worte gekleidet werden konnte, im persönlichen Vokabular gespeichert. Was zusätzlich gelesen, gehört oder als Zuseher erlebt wird ergänzt diesen Bereich.
Im Hinblick auf dieWirkliche Weihnacht kommt der Kommunikation eine Schlüsselrolle zu. Die richtigen Worte können als wertvolle Geschenke gelten; dagegen verdirbt oft gedankenlos oder absichtlich negativ Formuliertes die gesamte Freude am Fest.
Der Grundgedanke der Weihnacht schließt völlig aus, daß Menschen bei Tisch und vor oder neben dem Christbaum einander mit neidvollen Blicken, giftigen Worten, mit Hohn, Herablassung oder Schadenfreude gezielt kränken.
Es ist sinnvoll, darüber von Pfingsten an nachzudenken, um zeitgerecht genügend Überlegungen und Übungen in den sanften, liebevollen sprachlichen Umgang miteinander zu investieren.
Die weihnachtliche Idee der Rückkehr zur Reinheit ist eine gewaltige Herausforderung für das Denken und die Sprache im zwischenmenschlichen Kontakt. Feindselige, unhöfliche und unsensible Dinge werden nicht unwissentlich oder versehentlich geäußert sondern entstammen Denkprozessen, die den Worten vorangegangen sind. Die angesprochenen Personen spüren aggressive Attacken und fühlen sich verletzt. Eine bewußte Kränkung wird dann noch intensiviert, wenn der Angreifer den Angegriffenen als zu „wortklaubend“ oder „mimosenhaft“ bzw. „empfindlich“ abkanzelt, um sich - im Unrecht - noch zusätzlich einen Machtfaktor zu sichern.
Wir müssen also Verantwortung für unsere Worte übernehmen und die Sprache in das Reinheitsdenken einbeziehen. Dazu zählt natürlich während des Jahres der Umgang mit Wahrheit und den Sinnbedeutungen im Wort. Für ein gemeinsames, friedliches und loyales Leben ist in allen sozialen Schichten die Einübung in lauteres Denken sowie die Gewöhnung an eine Sprache, die aus diesem Ansatz gebildet wird, wichtig.
Fraglos kommt es vor, daß Menschen sich über Wortinhalte nicht immer einig sind. In dieser Thematik öffnen sich in wissenschaftlichen Disziplinen