: Jack Adam Weber
: Klima-Heilung Den Wandel einleiten: in uns und damit in der Welt
: Neue Erde
: 9783890603469
: 1
: CHF 7.10
:
: Spiritualität
: German
: 400
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wie können wir die Klimakrise 'bekämpfen'? Die Antwort lautet: Gar nicht. Laut Jack Adam Weber ist die Vorstellung, die Klimakrise zu bekämpfen, einer der Gründe dafür, dass wir heute so beharrlich damit konfrontiert werden. Die Klimakatastrophe als etwas zu betrachten, das es zu bekämpfen gilt, ist bloß wieder ein Ausdruck unseres bedauerlichen Mangels an Verbundenheit• mit der Erde,• mit unseren Mitmenschen• und mit uns selbst. Diese Verbundenheit bezeichnet Weber als unser 'Dreieck der Resilienzbeziehungen'. Die Entfremdung von all dem, was wirklich von Bedeutung für uns ist, ist in Wahrheit die Hauptursache für die drohende Auslöschung allen Lebens auf unserer Erde. Anstatt die Klimazerrüttung als etwas zu betrachten, das es zu bekämpfen gilt, fordert Weber uns auf, diese Krise als eine uns selbst zugefügte Wunde aufzufassen, die nach Heilung ruft. Die Klimazerrüttung ist weniger eine Bedrohung, die sich von außen über uns herabsenkt, als vielmehr ein Schatten, der aus unserem eigenen Innern aufsteigt. Es handelt sich also um eine Wunde, die, wenn wir bewusst an ihr arbeiten, uns wieder ganz machen und der Erde zugutekommen kann. Darum geht es in diesem Buch: Unsere persönliche und kollektive Integrität steht in direktem Zusammenhang mit der Ganzheit und Unversehrtheit der Erde. Wenn wir uns allein auf die äußere Heilung unseres Planeten konzentrieren, verpassen wir die Möglichkeit, die Entweihung und Zerstörung der Natur als Chance für eine Erneuerung von uns selbst zu nutzen, als seelischen und geistigen Einweihungsweg. Wenn wir uns mit unserem ganzen Selbst auf ein ganzheitliches Klimamodell des 'Miteinanderseins' einlassen, also die wechselseitige Verwobenheit und Abhängigkeit von allem mit allem erkennen, werden wir einen umfassenderen und dauerhafteren Wandel bewirken.

Jack Adam Weber ist Therapeut für chinesische Medizin, Klimaaktivist, Biobauer und ein angesehener Dichter. Er hat Hunderte Artikel, Tausende Gedichte und mehrere Bücher veröffentlicht. Er setzt sich für eine erdverbundene Spiritualität ein und hat zahlreiche Beiträge über ganzheitliche Medizin, emotionale Tiefenarbeit, die Integration von Körper und Geist und die Klimazerrüttung verfasst, in denen er seine Leser auffordert, kritisch zu denken, tief zu fühlen und mutig zu handeln. Darüber hinaus hat Jack die 'Nourish-Praxis' entwickelt, eine auf Tiefenheilung gerichtete somatische Meditationspraxis.

Einleitung


Es muss uns am Herzen liegen…


Um die Menschen zu mobilisieren, muss es eine emotionale Angelegenheit werden.2

DANIEL KAHNEMAN, PSYCHOLOGE UND NOBELPREISTRÄGER, ZUR KLIMAZERRÜTTUNG

Im Dezember 2017 verließ ich das kalifornische Ojai, als der Rauch des verheerenden Thomas-Feuers über den Bergen am Stadtrand aufstieg. Fünf Monate später floh ich vor dem Lavastrom des Kilauea auf Hawaii, der mein neues selbstgebautes Haus und den gut zwei Hektar umfassenden Biohof, den ich achtzehn Jahre lang bewirtschaftet hatte, unter sich begrub. Letzten Endes legte sich die Lava als zerklüftete schwarze Gesteinsdecke über die gesamte Region und das Ökosystem.

Ich hätte nie gedacht, dass ich meine Heimat und meinen Lebensraum durch eine Naturkatastrophe verlieren könnte. Auf der emotionalen Ebene fällt es mir immer noch schwer, die Ereignisse zu begreifen. Ich weiß, ich habe alles verloren, aber tief im Innern kann ich es nicht wirklich glauben. Die Lava hat mich gelehrt, dass die seltsamsten Dinge nicht nur von jetzt auf gleich geschehenkönnen, sondern tatsächlich geschehen. Ich denke, dass eine ähnliche Ungläubigkeit – gegenüber Ereignissen, die so überwältigend sind, dass sie unsere Vorstellungskraft übersteigen – viele Menschen daran hindert, das tatsächliche Ausmaß der Klimazerrüttung und des Schadens, den sie künftig anzurichten droht, zu begreifen.

Faktisch bin ich zu einem Klimaflüchtling geworden3 – eine Initiation, die ich mir nie hätte vorstellen können, als ich im Jahr 2014 mit der Arbeit an diesem Buch begann. Rückblickend erkenne ich, dass diese Arbeit mir geholfen hat, mich auf die emotionale Bewältigung des Geschehens vorzubereiten – auf den Umgang mit den Folgen des Feuers und vor allem auf diese monströse, anrollende Lavawand, die nichts und niemand aufhalten konnte. Vielleicht habe ich so den Hauch einer Ahnung davon bekommen, wie sich ein Eisbär oder ein australischer Brillenflughund, ein Orang-Utan oder ein schillernder Scharlachbrust-Schmuckvogel in den Hochanden fühlt – lauter Tiere, die aufgrund der Klimazerrüttung vor der Auslöschung stehen. Und ich fühle mich den Abermillionen menschlichen Klimaflüchtlingen näher, die weltweit aus unbewohnbar gewordenen Gegenden und menschenunwürdigen Verhältnissen fliehen.