I. Übungen zur Gesundheit
„Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist,
habe ich beschlossen, glücklich zu sein.“
Voltaire
Mit diesem einfachen Credo outete sich Voltaire, der französische Philosoph der Aufklärung (1694–1778), als einer der ersten Gesundheitspsychologen, bevor diese junge Disziplin der Psychologie gegen Ende des 20. Jahrhunderts entstehen konnte.
Gesundheit hängt demnach nicht nur von äußeren Umständen, sondern maßgeblich auch von unseren inneren Haltungen ab. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Vielschichtigkeit von Gesundheit in ihrer mittlerweile recht bekannten Definition zum Ausdruck gebracht, dass Gesundheit nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern letztlich ein Wohlbefinden von Körper, Geist und Seele ist – eine Einsicht, welche schon die Menschen in der Antike teilten.
Trotz dieser Erkenntnisse investieren wir immer noch einen Großteil des Aufwandes in körperliche Maßnahmen, wie sowohl die immensen Kosten des Gesundheitssystems offenbaren als auch z. B. die expandierende Nachfrage nach Fitness-Centern, die sich vor allem auf das Stählen des Körpers zur eigenen Selbstoptimierung konzentrieren. Zur Illustration: Die Gesundheitsausgaben in Deutschland umfassen inzwischen etwa 400 Milliarden Euro. Über zehn Millionen Deutsche sind Mitglied in Fitness-Centern.
Doch wozu der ganze Stress? Auch zu dieser Frage bietet Voltaire Nachdenkliches:
„In der ersten Hälfte unseres Lebens opfern wir unsere Gesundheit, um Geld zu erwerben, in der zweiten opfern wir unser Geld, um die Gesundheit wiederzuerlangen. Und während dieser Zeit gehen Gesundheit und Leben von dannen.“
Mit den Übungen im ersten Viertel unseres Buches möchten wir dazu beitragen, Gesundheit ganzheitlich und nachhaltig zu fördern, ohne dafür Geld ausgeben zu müssen. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir ein Bewusstsein dafür, was Gesundheit alles umfasst. Auch hier kann die WHO eine wertvolle Orientierung bieten, indem sie uns sechs Dimensionen von Gesundheit spiegelt:
- Diephysische Dimension betrifft traditionell den Körper, also nicht krank zu sein.
- Diepsychische Dimension konzentriert sich auf ein positives Selbstwertgefühl.
- Dieemotionale Dimension thematisiert Gefühlshaushalte und Beziehungsleben.
- Diesoziale Dimension meint soziale Unterstützung durch Familie und Freunde.
- Diesexuelle Dimension fokussiert die Kunst, Sexualität befriedigend zu leben.
- Diespirituelle Dimension beschäftigt sich mit der Erkenntnis und Fähigkeit, moralische und religiöse Überzeugungen in die Praxis umsetzen zu können.
Im weiteren Verlauf des Buches werden wir auf alle Dimensionen zurückkommen.
Der besondere Beitrag der Positiven Psychologie besteht darin, dass sie über die klassischen Themen der Gesundheitspsychologie hinausgeht, bei der wie in der Schulmedizin nach wie vor das körperliche Wohlbefinden im Mittelpunkt steht. Beispielsweise spricht die Gesundheit