Einführung
Am Anfang ist eine Abgrenzung hilfreich, was Seelsorge ist und was nicht. Martina Plieth erklärt in ihrem Buch5 die verschiedenen wissenschaftlichen Formen der Psychologie:
„Psychologie ist die Wissenschaft, welche die bewussten Vorgänge und Zustände sowie deren Ursachen und Wirkungen untersucht.6 Sie ist die Wissenschaft von den subjektiven Lebensvorgängen, die gesetzmäßig mit den objektiven verknüpft sind.
DieTiefenpsychologie wird verstanden als ein Sammelbegriff für die Richtung der Psychologie, die vorgibt, nicht an der Oberfläche des bewussten Seelenlebens haften zu bleiben, sondern in die unterbewusste und unbewusste Tiefe der Seele hineinzuleuchten und dabei insbesondere die Beziehung zwischen Willen und Gefühl „triebdynamisch“ in den Vordergrund zu rücken. Es verkompliziert eine exakte Definition des Begriffs Tiefenpsychologie, dass – wie F. Dorsch richtig bemerkt – die TiefenpsychologieWissenschaft, Therapie und Weltanschauung zugleich geworden ist.
DiePsychoanalyse kann als „ursprünglich ein von Breuer und Freud Ende des 19. Jahrhundert geschaffenes Verfahren zur Heilung von seelisch bedingten Erkrankungen“ aufgefasst werden und ist, zur tiefenpsychologischen Lehre ausgebildet, der Tiefenpsychologie einzugliedern.
Psychotherapie soll verstanden werden als die Wissenschaft von der Behandlung seelischer und seelisch bedingter Leiden mit psychologischen Mitteln.
Die Frage danach, wasSeelsorge ihrem Wesen nach ist, ist kein leichtes Unterfangen und kann letztlich nur exemplarisch versucht werden.“
Wie können wir Seelsorge gestalten, wenn Gott nie