: Margarethe Anzengruber
: Frauen von Widerstandskämpfern Frauen erzählen von ihrer Ehe mit einem Widerstandskämpfer
: new academic press
: 9783700320388
: 1
: CHF 15.00
:
: 20. Jahrhundert (bis 1945)
: German
: 231
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Den Kern des Buches bilden Interviews, die mit Ehefrauen von Widerstandskämpfern geführt wurden. Ihre Lebensgeschichte, ihre Erfahrungen und Erinnerungen haben in der Geschichtsschreibung bisher keinen Platz gefunden, diese Lücke galt es zu füllen. Es war nicht leicht, noch Frauen zu finden, die mit Widerstandskämpfern verheiratet sind bzw. waren, und noch schwieriger, ihr Einverständnis zu erlangen, in einem Interview von ihrem Leben zu erzählen. Die Verweigerung war nur zum Teil ihrem hohen Alter zuzuschreiben. Vielmehr war es ihre Überzeugung, dass sie nichts Erzählenswertes zu berichten hätten, war doch bisher nur das Wirken und Leben ihrer Männer für andere interessant gewesen.Alle Frauen kommen aus einfachen Verhältnissen, sie haben in ihren Familien und in ihrer Umgebung erfahren, was politischer Widerstand gegen ein totalitäres Regime bedeutet, und sie haben ihre antifaschistische Haltung ihr ganzes Leben lang beibehalten. Das Ehe-und Familienleben entsprach im Großen und Ganzen den allgemeinen Vorstellungen und Normen einer guten, funktionierenden Ehe. Woran lag und liegt also das Besondere dieser Verbindungen? Die Männer, die Gefängnis und Konzentrationslager überlebt haben, mussten mit ihren - meist uneingestandenen - Traumatisierungen im Leben zurechtkommen. Dies erforderte von den Frauen Fähigkeiten wie Verständnis, Nachsicht und Ertragen von schmerzlichen Erfahrungen, die über das normale Maß hinausgingen. Die meisten Männer wurden nach ihrer Befreiung zur Verwirklichung ihrer politischen Ziele, für die sie gelitten hatten, mit großem Engagement in Organisationen der kommunistischen und sozialdemokratischen Partei aktiv. Die Familie nahm nur allzu oft eine untergeordnete Stellung ein, ein Umstand, der für die Frauen nicht nur physische, sondern vor allem psychische Belastungen und Anforderungen nach sich zog.

"Deutsch- und Geschichte-Studium an der Universität Wien. Lehrerin an einem Gymnasium. Studium der Europäischen Ethnologie an der Universität in Wien Referentin für und bei KulturKonakt in ost-südosteuropäischen Ländern, Evaluierungstätigkeiten. Mitarbeit bei der Reihe des BMUK""Informationen zur Politischen Bildung"", Mitherausgeberin der Taschenbuchreihe""s hulheft""."
Inhalt6
I. Vor den Erzählungen12
Einleitung12
1. Die Interviews15
Die Recherche15
Die Durchführung der Interviews20
Die Auswertung der Interviews30
Die Methoden der Analyse der Interviews32
2. Widerstand in Österreich 1938–194538
Ein historischer Abriss38
Elf Widerstandskämpfer – die Ehemänner meiner Interviewpartnerinnen46
II. Die Erzählungen47
Elf Frauen erzählen47
Ein biographischer Abriss47
1. Erzählen von den Jahren vor der Ehe53
Erzählen von der Jugend53
2. Erzählen vom Beginn einer Ehe78
3. Erzählen vom gemeinsamen Eheleben104
Eine ganz „gewöhnliche“ Ehe104
Eine „besondere“ Ehe – eine Ehe mit einem Widerstandskämpfer131
Eine Ehe im Schatten der Partei156
III. Die Reflexionen172
Nachdenken über die gemeinsamen Ehejahre172
Nachdenken über ein langes Leben183
IV. Von der Lust und der Schwierigkeit des Erzählens647203
V. Bilanz über einen Forschungsweg209
Anhang213
Kurzbeschreibungen der Interviewsituationen213
Transkriptionszeichen221
Literatur222