Klangräume bei Peter Handke Versuch einer polyperspektivischen Motivforschung
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Clemens Özelt
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Klangräume bei Peter Handke Versuch einer polyperspektivischen Motivforschung
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new academic press
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9783700320135
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1
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CHF 15.00
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"Deutsche Sprachwissenschaft; Deutschsprachige Literaturwissen- schaft"
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German
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348
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Wasserzeichen/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Peter Handkes bereits mit den frühen Texten einsetzendes Großprojekt, die„Sonorität der heutigen Welt“ dazustellen und zu reflektieren, wird in dieser Arbeit erstmals in grundlegender Weise behandelt. Die Studie stellt das erstaunliche akustische Interesse des Autors– im Sinne seines fiktiven„Symposium[s], oder was auch, zum Thema'Lärm-Ton-Klang Stille' (oder soähnlich)“ aus der Morawischen Nacht– in seiner ganzen Breite vor. Die Präsenz von Klängen ist in Peter Handkes Werk genauso dominant wie vielfältig. Dabei steht aber nicht– wieüblich– die Musik tonangebend im Zentrum der akustischen Aufmerksamkeit, sondern tritt vielmehr als Teil einer offen strukturierten Hörwelt in Erscheinung: von Geräuschen, Tönen, Worten und auch der Stille. Was bei Handke also„erklingt“, reicht weitüber den Bereich der Klänge im engeren Sinn hinaus. Die konkrete Gestalt(werdung) einzelner Klänge verbindet der Autor dabei mit sehr heterogenen Bedeutungsfeldern (was durch den Begriff der„Klangräume&ldq o; zum Ausdruck gebracht werden soll). In diesem Sinne erlaubt Handkes Misstrauen gegenüber einer allein am Sehen orientieren Erfahr- wie Erzählbarkeit der Welt bemerkenswerte Perspektiven auf Phänomene wie Sprache, Wahrnehmung, Raum, Zeit, Identität oder Gemeinschaft und stellt für den Autor gleichzeitig ein wesentliches Mittel dar, neue Ausdrucksmöglichkeiten für sich zu gewinnen. Was nun den Zusammenhang dieser Klangphänomene gewährleistet, ist eine für Handke typische Schreibhaltung, die sich durch perspektivisch verschobene Wiederholungen auszeichnet.„Das ist etwas, was ich gelernt hab, das Sich-Wiederholen mit Varianten“, meint der Autor mit gutem Grund. Da Handke von dieser Fähigkeit im Bereich der Klänge besonders intensiven Gebrauch macht, werden plötzlich Kontinuitätslinien im Werk sichtbar, die einige Verkrustungen der Forschung lockern und zu schematisch geratene Handke-Bilder revidieren können. Methodisch soll dieser für die Literaturwissenschaft herausfordernden Schreibgeste eine„polyperspektivisch Motivforschung“ gerecht werden.
Inhaltsverzeichnis
5
Einleitung
9
Wer ist Peter Handke? – Etappen der Handke-Forschung
9
Was sind Klangräume? – Vom Lauterwerden der Betonmischmaschinen zur Popmusik und zurück
15
Was ist polyperspektivische Motivforschung? – Die exzentrische Bahn Handke’scher Motive
22
I. Was er hört, hilft ihm zu seiner Eroberung der Welt. Über das Buchstabieren der Klänge und das Hören in der Literatur [Die Hornissen]
31
II. Like a Rolling Stone. Die Ordnung der Dinge in der Popmusik und bei Handke [Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt]
51
III. Deutschland sucht den Superstar. Handkes Positionierung im literarischen Feld [Gruppenbeschimpfung, Publikumsbeschimpfung]
76
IV. Wechselseitige Erhellungen, wechselseitige
103
V. Zum Thema „Lärm–Ton–Klang–Stille“ (oder so (Hörspiele, Pantomimen, Filme)
126
A. Akustische Grundlagenarbeit. Handke und das Hörspiel
131
B. Die Genese der Musik und produktive Sprachlosigkeiten. Handkes „Pantomimen“
155
C. Musikhermeneutische Grundpositionen und Filmästhetik. Handke und der Film
166
VI. Der Rhythmus ist für mich am welthaltigsten. Plurimediale Arbeiten II: Handkes „Lieder“ oder Formen der Interrhythmizität (Dramen)
198
A. Im Anfang war das Wort. Handke und der Psalm [Publikumsbeschimpfung, Die Wiederholung]
208
B. Formen pluraler Identität. Handke und die Litanei(en) [Publikumsbeschimpfung, Die Wiederholung, Die Abwesenheit]
216
C. Hegel rockt. Handke und der Beat-Rhythmus [Publikumsbeschimpfung]
222
D. Fußballstadien und die Praxis des „Zersingens“. Volksliedtraditionen bei Handke?
226
E. Nie über den Blues hinauskommen. Handke und der Blues
231
F. Ein tragisch-komisches Original-Fragespiel mit Gesang. Mit Kafka über den Klang auf Handkes Bühnen [Das Spiel vom Fragen].
249
VII. Die Prosa der Klangwelt. Grundzüge klangbezogener Bedeutungsgenese in Handkes Erzähltexten
257
A. Literatur als mediale Übersetzertätigkeit [Versuch über den geglückten Tag]
259
B. Das Erzählen verklungener Räume [Versuch über die Jukebox]
266
C. Die Entwicklung von Klangmotiven [Die Stunde der wahren Empfindung]
277
D. Musikalisch induzierte Wendepunkte im Handlungsgeschehen [Die linkshändige Frau]
287
E. Figuren- und Topographiekonstitution bei Handke
294
Quellenverzeichnis
321