: Oskar Peterlini
: Minderheitenschutz und Wahlsysteme Die Spielregeln von Wahlsystemen und ihre Auswirkungen auf Sprachminderheiten - Südtirol und europäische Minderheiten im Blickfeld
: new academic press
: 9783700320326
: 1
: CHF 15.00
:
: Politikwissenschaft
: German
: 312
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Das Buch beschreibt und erläutert zunächst in anschaulicher Weise die Wahlsysteme. Üblicherweise werden Minderheiten an ihren wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Entfaltungsmöglichkeiten untersucht und an den Gesetzen zu ihrem Schutz. Weniger weiß man hingegen darüber, welche Auswirkungen Wahlsysteme auf sie haben. Sie können eine Minderheit stärken, schwächen oder ganz aus dem Parlament verdrängen.Ausgehend von den vielen sprachlichen Minderheiten in Europa analysiert die Studie besonders die Vertretung der Südtiroler Minderheit im italienischen Parlament und misst empirisch, an diesem Fallbeispiel, die konkreten Folgen von Änderungen des Wahlsystems. Schon 1921 - nach der Annexion - errangen die Südtiroler vier Abgeordnete im Parlament in Rom. Eine Wahlreform der Faschisten reduzierte ihre Vertretung und brachte sie dann zum Verschwinden. Wie es im demokratischen Italien weiterging und wie die Wahlgesetze ihre Vertretung beeinflusst haben und in Zukunft beeinflussen können, lesen Sie in diesem Buch.

Südtiroler Parlamentarier in Rom, 1950 in Bozen geboren, humanistische Matura, Sozial- und Wirtschaftsstudium; Forschungsdoktorat über die Italienische Verfassung und die Autonomien. 20 Jahre Abgeordneter zum Südtiroler Landtag, zehn Jahre Vizepräsident und Präsident des Regionalrates Trentino Südtirol. Gründer und Projektleiter des regionalen Rentenprojekts PensPlan. Seit 2001 Senator der Republik. Abwechselnd Mitglied des Verfassungs- und des Unterrichtsauschusses. Bücher, Veröffentlichungen und Gastvorlesungen über Verfassung, Autonomie und Föderalismus, Wahlsysteme und Rentenfonds.
Zusammenfassung14
Summary15
Einführung und Problemstellung17
1 Untersuchungsobjekt und Abgrenzung des Themas17
2 Die zentrale Frage und die Thesen22
3 Theoretischer und methodischer Zugang22
1 Wahlsysteme, Typologien, Grundsätze und Auswirkungen26
1.1 Die Wahlsysteme und ihre Typologien26
1.1.1 Was sind Wahlsysteme?26
1.1.2 Was ist Wahlrecht?28
1.1.3 Was regeln Wahlsysteme?29
1.1.4 Die Wahlkreiseinteilung30
1.1.5 Die Wahlsysteme nach der Stimmenverrechnung: Majorz und Proporz31
1.1.6 Das Mehrheitswahlsystem (Majorz-System)32
1.1.7 Das Verhältniswahlsystem (Proporz-System)40
1.1.8 Methoden der Mandatszuteilung beim Proporz43
1.1.9 Klassische und kombinierte Wahlsysteme aus Majorz und Proporz53
1.2 Die Grundsätze des Europarates56
1.2.1 Die Venedig-Kommission56
1.2.2 Der Verhaltenskodex für Wahlen57
1.2.3 Die Bedingungen für die Umsetzung der Grundsätze60
1.2.4 Die Grundsätze des Europarates für das Wahlrecht von nationalen Minderheiten62
1.3 Die Wahlsysteme und ihre Auswirkungen im Allgemeinen63
1.3.1 Die Auswirkungen auf die Wahlergebnisse63
1.3.2 Der Einfluss auf das Verhalten der Wähler67
1.3.3 Die Auswirkungen auf die Parteien68
2 Auswirkungen auf die Vertretung von Minderheiten71
2.1 Nationale Minderheiten und ethnoregionale Parteien71
2.1.1 Nationale Minderheiten und Wahlsysteme71
2.1.2 Ethnoregionale und regionale Parteien72
2.2 Direkte Garantien für Minderheiten oder Volksgruppen76
2.2.1 Kroatien76
2.2.2 Slowenien77
2.2.3 Rumänien78
2.2.4 Belgien81
2.2.5 Bosnien-Herzegowina83
2.2.6 Weitere Länder mit Vertretungsrechten87
2.3 Bestimmungen, welche die Vertretung erleichtern87
2.3.1 Polen88
2.3.2 Deutschland89
2.3.3 Italien93
2.4 Auswirkungen auf nationale Minderheiten mit politischen Parteien94
2.4.1 Die griechische Minderheit in Albanien95
2.4.2 Die türkische Minderheit in Bulgarien97
2.4.3 Die Minderheiten in der Türkei98
2.4.4 Das multiethnische Georgien101
2.4.5 Die Auswirkungen der Wahlsysteme auf ethnoregionale Parteien103
2.5 Auswirkungen auf nationale Minderheiten ohne politischen Parteien105
2.6 Schlussfolgerungen über die Auswirkungen von Wahlsystemen auf die Minderheiten106
3 Auswirkungen auf die Vertretung der Südtiroler 1921–2013110
3.1 Das Wahlsystem unter dem Königreich Italien110
3.2 Die Vertretung Südtirols in Rom vom Königreich bis zum Faschismus113
3.2.1 Die Annexion und der Zusammenschluss zum Deutschen Verband113
3.2.2 Die ersten Wahlen von 1921113
3.2.3 Die Wahlreform von 1923 und der Untergang der Demokratie118
3.2.4 Die Parlamentswahlen 1924 und das Ende der Demokratie120
3.3 Der Aufbau der Republik und das demokratische Italien nach dem Krieg127
3.3.1 Die demokratische Verfassung und das Parlament Italiens nach 1948127
3.3.2 Die Regionen und die Lokalkörperschaften128
3.3.3 Die Sonderautonomien und die Region Trentino Südtirol130
3.3.4 Das Wahlrecht im demokratischen Italien von 1945 bis 1993131
3.3.5 Die sogenannte Erste Republik137
3.4 Das Ringen der Südtiroler um Autonomie und Parlamentsvertretung139
3.4.1 Die Südtiroler Minderheit im Ringen um eine Autonomie139
3.4.2 Der Minderheitenschutz in der italienischen Verfassung141
3.4.3 Die Gründung der SVP als Sammelpartei144
3.4.4 Die erste Feuerprobe bei der Wahl im Jahr 1948144
3.4.5 Die Wahlen von 1953 bis 1987 im Überblick149
3.5 Die Neueinteilung der Senatswahlkreise in der Region 1991154
3.5.1 Die Maßnahme 111 des Südtirol-Paketes154
3.5.2 Die Verhandlungen zur Durchführung der Maßnahme 111 des Paketes156
3.5.3 Der Durchbruch und das Gesetz zur Neueinteilung163
3.5.4 Die Auswirkungen auf die Senats-Wahlen von 1992 und die Ergebnisse in der Kammer163
3.5.5 Das Gesamtergebnis für Kammer und Senat 1992167
3.6 Die Wahlrechts-Reform von 1993167
3.6.1 Die Sitzverteilung im Proporzsystem der Kammer170
3.6.2 Die Sitzverteilung im Proporzsystem des Senates172
3.7 Die Auswirkungen der Reformen auf die Wahlen von 1994 bis 2001173
3.7.1 Die Parlamentswahlen von 1994 auf staatlicher Ebene173
3.7.2 Die Sperrklausel in der Wahlreform und die Verfahren dagegen175
3.7.3 Die Auswirkungen auf die Parlamentswahlen in Südtirol 1994185
3.7.4 Die Auswirkungen auf die Parlamentswahlen 1996187
3.7.5 Die Auswirkungen auf die Parlamentswahlen 2001192
3.8 Die Wahlreform von 2005 und die Sonderbestimmung für Südtirol196
3.8.1 Die Sperrklausel und das Ringen um eine Ausnahmeregelung196
3.8.2 Seit der Reform von 2005: Proporz in Kammer und Senat198
3.8.3 Das neue Wahlsystem für die Abgeordnetenkammer199
3.8.4 Das neue Wahlsystem für den Senat204
3.9 Die Auswirkungen der Reform von 2005 auf die Wahlen205
3.9.1 Die Kammer-Wahlen von 2006205
3.9.2 Die Wahlen im Senat 2006208
3.9.3 Die Senatswahlen 2008 und die „blockfreie“ SVP211
3.9.4 Der Alleingang der SVP in der Kammer im Jahr 2008214
3.10 Die Wahlen im Überblick: 1921 – 2008217
3.10.1 Die Minderheit im langfristigen Vergleich217
3.10.2 Die Parlamentarier aus Südtirol in Rom 1921 bis 2013222
4 Reformversuche in Italien und der Minderheitenschutz225
4.1 Die Versuche zur Verfassungsreform von Mitte Rechts 2001–2006225
4.1.1 Die divergierenden Ziele von Lega und Forza Italia/Alleanza Nazionale225
4.1.2 Der Verfassungsentwurf von Mitte-Rechts225
4.1.3 Der gescheiterte Übergang zu unterschiedlichen Kammern226
4.1.4 Die Wahlreform von Mitte-Rechts228
4.2 Die Anläufe zur Änderung des Wahlgesetzes 2006–2008228
4.2.1 Der Druck für ein neues Wahlsystem228
4.2.2 Die Parlamentswahlen von 2006229
4.2.3 Ein unterschiedliches