: Karin Ledermann
: Champagner und ein toter Hase Die Geschichte eines langen Wochenendes
: Books on Demand
: 9783753489650
: 3
: CHF 8.00
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 296
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
W s als unbeschwerter Ausflug seinen Anfang nimmt, wandelt sich von Stunde zu Stunde in einen Albtraum und findet sein Ende in einer blutigen Tat. Am Ufer eines Flusses treffen im Sommer auf einem Campingplatz im Jura eine junge Familie, ein nicht sehr glückliches Paar und drei junge Männer aufeinander. Corona hat allen einen Strich durch die Ferien am Meer gemacht und Sorgen um Arbeitsstelle, Familienzuwachs, Geld und schwierige Beziehungen nagen an ihnen. Die Männer ertränken Ängste und wachsende Langeweile im Alkohol, die Frustrationsschwelle sinkt, Unzufriedenheit und Ärger brauchen ein Ventil. Da fahren Helen und Sam gerade zur rechten Zeit vor! Das ältere Paar gerät rasch ins Visier der Männer und alles, was es tut, wird als Provokation aufgefasst. Die Alten wählen einen abgelegenen Stellplatz am äußersten Rand der Wiese. Lässt nicht bereits dies auf eine überhebliche Gesinnung schliessen? Statt Bier trinken sie Champagner - und zwar täglich. Sam ist viel zu hilfsbereit, zu freizügig mit guten Ratschlägen, und er ist Ausländer. Helen zeigt sich zurückhaltender, aber wer spaziert auf einer Wiese am Ende der Welt mit ausgefallenen Hüten herum und lässt sich hofieren, als wäre sie eine Königin? Die Animosität dem alten Paar gegenüber entwickelt eine nicht mehr aufzuhaltende Eigendynamik.

Geboren 1959, ist Zeit ihres Lebens eine Schreibende, heute lebt und erlebt sie am Ufer des Murtensees. Sie leitet Schreibkurse, begleitet Schreibprojekte, ist Bloggerin, sie ist Erzählende, Fragende, Suchende - und manchmal Findende. Bereits als Kind liebte sie es, zu fabulieren und zu dichten, mit vierzehn Jahren veröffentlichte sie erste Kurzgeschichten in Tageszeitungen und Jugendzeitshriften. Karin Ledermann ist eine aufmerksame Beobachterin, Menschen und ihre Geschichten interessieren sie. Was treibt den Menschen an, was bewegt und rührt ihn, welche Träume und Hoffnungen beflügeln ihn, welche Ängste rauben ihm den Schlaf? Was lässt ihn zum Heiligen oder Mörder werden, wo findet er Kraft und worin Erfüllung?

Donnerstag - Ankunft


Matt sitzt im Schatten einer der wenigen Bäume, die den Rand der Wiese säumen. Es ist heiß, wohl der heißeste Tag des Jahres, und er ist froh, hat er sich diesen Platz neben den Bäumen ergattern können. Im Wohnmobil bereitet Jenny das Mittagessen zu, das Geplapper der beiden Kinder, Nelly und Silvan, sieben und drei Jahre alt, dringt zu ihm.

»Schau bloß, Matt, es ist wunderschön hier«, hatte Jenny, als sie vor zwei Tagen ankamen, entzückt gerufen.

Die schmale Straße führte linkerhand am Doubs entlang, daneben erstreckte sich Weideland mit grasenden Kühen, auf einer Matte standen ein paar Pferde mit hängenden Köpfen unter mächtigen Tannen. Dann tauchte Maurice' Hof auf, ein stattliches Jurahaus mit dicken Mauern. Die eine Seite des Hofs säumte der üppige Gemüse- und Blumengarten, auf der anderen Seite des Hofs erstreckte sich die Wiese, die als Campingplatz diente. Hinter dem Hof befanden sich nebst dem Hühnerstall ein paar Schuppen, in welchen landwirtschaftliche Maschinen, Heuballen und allerlei Gerät untergebracht waren. Kurz vor dem Hof bog die Hauptstraße rechts über eine türkisfarbene Brücke und auf der anderen Seites des Wassers führte sie in ein paar engen Serpentinen den Hügel hinauf, vorbei am Café, dem einzigen Gemischtwarenladen des Dorfes, vorbei an der Kirche und den Häusern, die bei Matts und Jennys Ankunft in sattes Sonnenlicht getaucht waren. Bei Maurice Hof hatte Matt das Wohnmobil parkiert und sie waren ausgestiegen.

»Oh, das ist super«, hatte Nelly sich gefreut,»hier kann man sicher fischen und Papa, fährst du mit mir mit dem Gummiboot den Fluss runter? «

Sie war aufgeregt von einem Bein aufs andere gehüpft und Jenny hatte rasch nach Nellys Hand gegriffen, bevor das Kind zum Wasser laufen konnte.